ATEX (ATmosphères EXplosibles): Bedeutung, Regelung, Einsatz

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aktualisiert am 12.10.2020 - 09:15:14
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ATEX (ATmosphères EXplosibles) ist eine Kurzbeschreibung für die EU-einheitlichen Richtlinien 94/9/EG (für Hersteller von Ex-Geräten) und 1999/92/EG (für Betreiber von Ex-Anlagen), welche die Sicherheitsanforderungen für explosionsgefährdete Bereiche regeln. Ex-Geräte müssen seit dem 30. Juni 2003 gemäß 94/9/EG zugelassen sein.

Frage/Definition: Was ist/sind ATEX?
Auch oft gesucht: Atmosphères Explosibles


ATEX steht für ATmosphères EXplosibles und ist die Kurzbezeichnung für die europäische Richtlinie 94/9/EG, die das Inverkehrbringen explosionsgeschützter, elektrischer und nichtelektrischer Geräte, Komponenten und Schutzsysteme regelt. Seit dem 1. Juli 2003 in Kraft, gilt sie für alle neuen Geräte und Schutzeinrichtungen. Die Richtlinie wendet sich an Hersteller bzw. Importeure in den 27 Mitgliedsstaaten der EU und den 4 Mitgliedsstaaten der EFTA sowie Türkei.

Die ATEX-Richtlinie erfasst alle elektrischen und nichtelektrischen Geräte sowie Schutzeinrichtungen, die für den Einsatz in explosionsgefährdeter Umgebungen bestimmt sind.

Darüber hinaus beinhaltet die Richtlinie Steuer-, Kontroll- oder Regeleinrichtungen, die sich zwar außerhalb explosiver Umgebungen befinden können, aber die sichere Funktion von Geräten und Sicherheitssystemen zum Explosionsschutz gewährleisten.

Die ATEX-Richtlinie gilt für alle industriellen explosionsgefährdeten Bereiche einschließlich Bergbau. Die Richtlinie schreibt grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen an Geräten und Komponenten für den bestimmungsgemäßen Einsatz in potenziell explosiver Atmosphäre fest. Sie beschreibt Verfahren zum Nachweis der Konformität mit der Richtlinie. Je nach Risikobereich, in denen das Produkt zum Einsatz kommt, fallen die Anforderungen und Verfahren zum Nachweis der Erfüllung (Konformitätsbewertungsverfahren) unterschiedlich aus.

ATEX Logo
Das ATEX-Logo

Was versteht man unter einer Explosion?

90 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle werden durch nur fünf Unfalltypen verursacht. Dazu zählen:

  • Fahrzeug / Transportmittel,
  • Maschine / Anlage,
  • Absturz,
  • fallende / umkippende / umherfliegende Gegenstände,
  • Explosion / Verpuffung

Explosionsgefahren frühzeitig zu erkennen und als Entscheider Maßnahmen einzuleiten, trägt dazu bei, das Unfallrisiken zu minimieren. Dies setzt eine gründliche Gefahrenanalyse voraus: Bestehen in meinem Verantwortungsbereich Explosions- oder Brandgefahren? Sind alle Beschäftigten im Ex-Bereich mit geeigneten Arbeitsmitteln ausgestattet und haben sie auch die Freigabe in explosionsgefährdeten Bereichen zu arbeiten?

Als Explosion wird eine Oxidations- oder Zerfallsreaktion bezeichnet, die unter erheblicher Reaktionsgeschwindigkeit abläuft. Dabei werden große Energiemengen, allgemein in Form von Bewegungs- und Druckenergie oder Wärme, freigesetzt. An der Explosion beteiligt sind hochbrennbare Flüssigkeiten, Gase, Stäube, Flusen oder Feststoffe, wie diese beispielsweise in Raffinerien, Lackierereien, Fabriken, Mühlen, Reinigungsanlagen und Tank- und Verladeanlagen vorkommen.

Drei Elemente werden benötigt, um eine Explosion im explosionsgefährdeten Bereich auszulösen:

  • Brennstoff (Gas oder Staub),
  • Sauerstoff O2 und
  • eine Zündquelle (z. B. Funken, heiße Oberfläche, Kurzschluss, …).

Das Risiko einer Explosion basiert auf der Wahrscheinlichkeit des gleichzeitigen Auftretens von Brennstoffen (Konzentration zündfähiger Gase, Dämpfe oder Staubpartikel) und Sauerstoff über eine bestimmte Zeitspanne (definiert durch Zonen).

Sicherheit am Arbeitsplatz

Druckluftsauger von DEBUS Druckluft- Vakuumtechnik
Der DEBUS Druckluftsauger ist geeignet für die ATEX-Zonen 22 und 21.

Überall dort, wo brennbare Stoffe hergestellt, verarbeitet, transportiert oder gelagert werden, spielt Sicherheit eine besonders große Rolle – das betrifft vor allem diese Bereiche:

  • chemische Industrie,
  • petrochemische Industrie,
  • Erdölförderung,
  • Erdgasförderung
  • Bergbau.

Um in diesen Bereichen ein möglichst hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten, haben die Gesetzgebungen der meisten Staaten entsprechende Auflagen in Form von Gesetzen, Verordnungen und Normen entwickelt. Diese müssen nun von den Betrieben umgesetzt werden, denn der Betreiber einer Anlage ist verantwortlich für den sicheren Betrieb.

Wenn sich Arbeitsplätze in einem explosionsgefährdeten Umfeld befinden, muss ganz besonders auf höchste Sicherheit geachtet werden. Vor allem, was die elektronischen Geräte betrifft, als auch die in diesen Bereichen eingesetzten Beleuchtungskörper. Diese Sicherheit wird beispielsweise in den ATEX-Richtlinien der EU festgelegt.

Gesetzliche Grundlagen

Am 29. März 2014 wurde die Neufassung der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU veröffentlicht. Dabei steht ATEX für ATmosphères EXplosibles, also explosionsfähige Atmosphären. Seitdem gilt diese Richtlinie, die sich vor allem an die Produzenten von explosionsgeschützten Betriebsmitteln wendet.

Die ATEX-Betriebsrichtlinie

Von Chemiewerken, Öl- und Gasförderanlagen, Sägewerken, Bäckereien bis hin zu Destillerien: Für die innerhalb der EU-ansässigen Betriebe, in denen durch Gase oder Staub explosionsfähige Atmosphären auftreten können, gelten die ATEX-Betriebsrichtlinien. Die jeweiligen Arbeitsbereiche werden dabei nach Dauer und Häufigkeit der Explosionsgefahr in Zonen unterteilt.

Die Ex-Schutz-Zonen

Industriebetriebe müssen sich per Gesetz an bestimmte Sicherheitsbestimmungen halten. Im Bereich des Explosionsschutzes lassen sich die Regeln in wesentlichen Punkten zusammenfassen.

Normen im Bereich Elektrotechnik und Elektronik lassen sich nach zwei Hauptkriterien unterteilen:

  1. Gasexplosionsgefährdete Bereiche: Zonen 0, 1 und 2
  2. Bereiche mit brennbarem Staub: Zonen 20, 21 und 22
ATEX-Richtlinien
Brennbare Stoffe als Gemisch mit Luft Dauer des Vorhandenseins gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre
ständig, lange Zeiträume, häufig (>1.000h/Jahr) gelegentlich (10-1.000h/Jahr) nicht, kurzzeitig (<10h/Jahr)
Gase, Dämpfe, Nebel Zone 0 Zone 1 Zone 2
Stäube Zone 20 Zone 21 Zone 22

Das Nordamerikanische "Division" System

Im Nordamerikanischen "Division" System werden lediglich zwei Wahrscheinlichkeiten der zündfähigen Gemische definiert:

Division 1

Die zündfähigen Gase, Dämpfe oder Staubpartikel treten im normalen Betrieb permanent oder zeitweise auf. Vergleichbar mit Zone 1 und 0.

Division 2

Die zündfähigen Gemische treten im normalen Betrieb wahrscheinlich nicht auf (selten und nur für kurze Zeit). Vergleichbar mit Zone 2.

Zündquellen

Die Wirkung von Zündquellen wird in der Praxis häufig unterschätzt oder nicht erkannt. Dabei kann ihre Kenntnis Arbeitsunfällen vorbeugen – oder gar Leben retten. Als Zündquelle wird jegliche Art der Energie bezeichnet, die theoretisch dazu in der Lage ist, Stoffe oder eine explosionsfähige Atmosphäre zu entzünden.

Dabei sorgt die abgegebene Energiemenge dafür, dass sich der Zündvorgang in diesem Gemisch fortpflanzt. Zündquellen sind durch einen chemischen, technischen oder mechanischen Vorgang oder durch einen Zustand oder Arbeitsablauf bedingt, der dazu geeignet ist, die Entzündung einer explosionsfähigen Atmosphäre auszulösen.

Diese Zündquellen können einzeln, oder in Kombination, auftreten:

  • heiße Oberflächen (auch Reibungswärme bei heiß laufenden Teilen)
  • Flammen und heiße Gase (Bsp. Gas-, Streichholz-, Schweißflammen, heiße Gase, Glut)
  • Zündquellen durch mechanische Reib-, Schlag- und Abtrennvorgängen
  • Elektrische Anlagen
  • Elektrische Ausgleichsströme, kathodischer Korrosionsschutz
  • Statische Elektrizität
  • Blitzschlag
  • Elektromagnetische Felder im Bereich der Frequenzen von 9 kHz bis 300 GHz
  • Elektromagnetische Strahlung im Bereich der Frequenzen von 300 GHz bis 3000 THz bzw. Wellenlängen im Bereich von 1000 µm bis 0,1 µm (optischer Spektralbereich)
  • Ionisierende Strahlung
  • Ultraschall
  • Adiabatische Kompression, Stoßwellen, strömende Gase
  • Chemische Reaktionen

In der Praxis von Betrieben spielen die ersten sechs Zündquellen die größte Rolle.

Einsatz von ATEX-Geräten & Komponenten

Sicherheitsbeauftragte in Betrieben sind für die Beschaffung einer umfassenden ATEX-Betriebsausstattung verantwortlich. Dazu zählen die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Handschuhe, Schutzhelm und Gehörschutz, sowie die Kennzeichnung begehbarer Gefahrenzonen. Darüber hinaus gibt es umfangreiches Equipment.

ATEX-geschützte Geräte können z.B. sein:

Im ATEXshop finden Sie eine große Bandbreite an explosionsgeschützten mobilen Geräten und eigensicheres Equipment, das dafür sorgt, dass potenzielle Zündquellen entfernt oder unterbunden werden. Für alle ATEX-Komponenten erhalten Sie im Shop für Explosionsschutz umfangreiches Zubehör wie Ladegeräte, Kameragehäuse, Akkus u.v.m. Auf diese Weise wird das Risiko einer Explosion vollständig beseitigt.

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