Drucktransmitter

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Drucktransmitter ✓ Definition, Aufbau, Kriterien/Eigenschaften

Drucktransmitter oder Prozesstransmitter sind Komponenten, die dabei helfen, pneumatischen oder hydraulischen Druck in elektrische Ausgangssignale (Strom oder Spannung) umzuwandeln. Sie unterscheiden sich von Drucksensoren darin, dass der Messbereich im vordefinierten Druckintervall verstellt werden kann. Dies bezeichnet man als Turndown, Scale Down oder Spannenverstellung.
Synonym(e): Prozesstransmitter, Druckaufnehmer


Drucktransmitter mit SoS-Technologie
Drucktransmitter mit SoS-Technologie aus der High-Performance Reihe der Firma SUCO

Drucktransmitter und Prozesstransmitter sind Synonyme. Im Markt wird statt des Begriffes Drucktransmitter oft Drucksensor oder Druckmessumformer verwendet. Drucktransmitter unterscheiden sich allerdings von Drucksensoren / Druckmessumformern. Sie werden in den verschiedensten Anwendungsbereichen für vielfältige Messaufgaben eingesetzt - z. B. bei der Füllstandsmessung in Behältern oder Überwachung von Pumpen.

Aufbau

Meistens werden Drucktransmitter mit einer Digitalanzeige, Druckanschluss, Drucksensorik, Geräteelektronik (Betriebssoftware), Stromversorgung und Gehäuse ausgestattet. Die Betriebssoftware ist für die Parametrierung wichtig. Sie haben - wie Drucksensoren - elektrische und mechanische Schnittstellen und ein standardisiertes Ausgangssignal. Drucktransmitter sind so aufgebaut, dass jede Messstelle an sehr viele spezifische Anforderungen angepasst werden kann und direkt vor Ort individuell realisiert werden kann.

Eigenschaften

Für einen störungsfreien Gebrauch müssen die Gesamtbedingungen stimmen und es müssen einige Aspekte beachtet werden. Bei Temperaturschwankungen, Vibrationen, Stößen oder Kontakt mit aggressiven Medien (z. B. gefährlichen Flüssigkeiten) können die Bestandteile des Drucktransmitters beeinträchtigt, beschädigt oder sogar zerstört werden. Daher ist es bei manchen Anwendungen besser, das Gerät nicht an der Messstelle anzubringen, sondern etwas abseits. Die Verbindung kann via Kapillarleitung hergestellt werden. Es sollten sich keine Geräte mit elektromagnetischer Strahlung in der Nähe befinden, da diese ebenfalls zu Störungen führen können.

Bei Drucktransmittern ist eine Spannenverstellung (Turn down) möglich. Das bedeutet, dass der Messbereich nicht nur von Anfang an fest ist, sondern auch im Nachhinein noch festgelegt werden kann und angepasst werden kann. Zusätzlich kann der Nullpunkt und weitere Parameter, wie der Messungsoffset, anwendungsspezifisch angepasst werden.

Die sehr hohe Messgenauigkeit kann durch Kalibrierungs- oder Korrekturprogramme zusätzlich erhöht und der Gesamtfehler minimiert werden. Smart Transmitter (intelligente Transmitter) können via Fernzugriff über Zwei-Wege-Protokolle ausgelesen werden. Das ist bei Drucktransmittern sinnvoll, die schwer erreichbar sind.

Wartung

Zur üblichen Wartung zählt das Säubern des Geräts sowie das Austauschen von Verschleißteilen (Dichtungsringe). Auch eine Beschädigung durch Überdruck kann der Grund für eine Wartung/Reparatur sein. Es kann bei manchen Arten von Sensor vorkommen, dass nachjustiert oder nachkalibriert werden muss.

Vorteile

Das Prinzip der Druckmessung verständlich erklärt.


Ein Vorteil wurde oben schon genannt: die Verstellbarkeit des sonst fixen Messbereichs im Druckintervall. Weitere Vorteile:

  • Nullpunkt kann angepasst werden
  • Parameter im Allgemeinen können angepasst werden
  • sehr hohe Messgenauigkeit im ganzen Messbereich und somit präzise Messergebnisse
  • Temperaturfehler und Linearitätsabweichungen werden kompensiert

Einsatzbereiche

Neben der Druckmesstechnik finden Drucktransmitter in folgenden Bereichen Anwendung:

  • Pneumatik
  • Hydraulik
  • Prozesstechnik
  • Verfahrenstechnik

In der Industrie sind Drucktransmitter zur Steuerung und Überwachung von Maschinen und Anlagen im Einsatz. In der Hydraulik und Pneumatik sind sie besonders zur Feststellung und Regelung des Systemdrucks wichtig. In der Regel werden Drucktransmitter in den oben genannten industriellen Bereichen zur

  1. Überwachung kritischer Grenzwerte
  2. Druckregelung und Drucksteuerung
  3. indirekten Messung der Prozessgrößen

eingesetzt. Im Alltag finden sich Drucktransmitter beispielsweise im Bahnverkehr oder bei Heizungsanlagen. Materialien vom Gehäuse der Drucktransmitter sind unter anderem Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff (Gehäusewerkstoffe). Die Geräte sind in der Regel mit allen gängigen Signalen (Ausgangssignalen) erhältlich. Zubehör von Drucktransmittern sind insbesondere Prozessanschlüsse, Membrane, Absperrventile oder Monoflansche.

Bekannte Marken

Es gibt viele wichtige Firmen, die Drucktransmitter sowie Druckmittler, Druckschalter & Co. verkaufen. Bekannte Unternehmen auf dem Markt sind unter anderem WIKA, SUCO, Bürkert und Keller AG. Qualität, Genauigkeit der Messwerte und das Eingehen auf individuelle Kundenwünsche stehen an erster Stelle.

ACS Controlsystem bietet Drucktransmitter ohne Digitalanzeige zur Messung von Relativdruck in Flüssigkeiten, Stäuben, Dämpfen oder Gasen an. Der Prozessdruck liegt bei 400 mbar bis zu 1.000 bar. Die Keller AG bietet Drucktransmitter in folgenden Ausführungen an: Standard, frontbündige, Hochtemperatur, Differentialdrucktransmitter, Automotive, eigensichere, mit druckfester Kapselung, OEM-Hochdrucktransmitter und analoge. Die Drucktransmitter von KROHNE werden zur Absolutdruck-, Relativdruck- und Differenzdruckmessung eingesetzt. Sie bieten Produkte sowohl vom einfachen kompakten Drucktransmitter bis zum modular erweiterbaren Messumformer an. Die Messzelle ist entweder aus Keramik oder Metall. Eingesetzt werden die Transmitter im Ex-Bereich oder in hygienischen & sicherheitsgerichteten Anwendungen (SIL). Huba Control bietet eine große Auswahl an Drucktransmittern für verschiedene Druckbereiche. Die Huba Control Transmitter sind besonders für die Schiffbau-Industrie geeignet.

Angrenzende Themen: Display, Behälter, Linearitätsabweichung, Signal, Herausforderung, Elektronik, Signalspanne, Temperaturverlauf

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