Nullpunktspannsysteme: Einsatz, Anwendung

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Letzter Autor: Jana Könekamp, , 3.774 Zeichen
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🎓 Nullpunktspannsysteme - auch als zero point systems bezeichnet - werden verwendet, wenn die Rüstzeit von Maschinen und Anlagen in Fertigungsbetrieben verkürzt werden sollen, um die Maschinenkapazität besser nutzen zu können. Die Nullpunktspannsysteme verbinden präzise und schnell die Werkstücke mit dem Maschinentisch. / Definition



Das Nullpunktspannsystem ist ein System, das präzise und schnell den Vorrichtungs- und Werkstückwechsel an der Maschine gewährleistet. Durch den Einsatz eines Nullpunktspannsystems kann eine einfache und prozesssichere Umspannung auf dem Maschinentisch erfolgen.

Anwendung

Nullpunktspannsystem-Baukasten von Zimmer Group
Nullpunktspannsystem-Baukasten von Zimmer Group

Nullpunktspannsysteme steigern die Produktivität der Anlage. Durch die Festlegung des Referenzpunktes, können die Werkstücke, Vorrichtungen und Spannmittel in einem Gang wiederholgenau gespannt werden. Das Nullpunktspannsystem besteht aus einem Spannmodul, in das ein Spannbolzen eingespannt ist. Das hochpräzise Spannmodul sichert einen festen Halt des zu spannenden Werkstückes bzw. einer Vorrichtung zu. Sie eignen sich aufgrund ihrer hohen Einzugs-, Verschluss- und Haltekraft für jeden Einsatzfall. Das zentrale Element ist der Spannbolzen, der Kraft und Stabilität gewährleisten muss. Er ist die Schnittstelle zwischen dem Maschinentisch und dem Werkstück. Der Spannbolzen gewährleistet ein sicheres Spannen sowie die exakte Positionierung und sorgt dafür, dass die entstehenden Bearbeitungskräfte auf das Spannmodul übertragen werden. Hierbei wird eine Wiederholgenauigkeit von weniger als 5 µ gefordert.

Das AMF-Nullpunktspannsystem zeichnet sich durch hohe Einzugs- und Haltekräfte sowie eine Wiederholgenauigkeit von unter 5 µm aus.
Das AMF-Nullpunktspannsystem zeichnet sich durch hohe Einzugs- und Haltekräfte sowie eine Wiederholgenauigkeit von unter 5 µm aus.

Bei mehreren Werkstücken ist ein Nullpunktsystem geeignet, da während die Maschine Auftrag 1 abarbeitet, können Fertigungsteil 2, 3 und 4 außerhalb der Maschine auf dem jeweiligen Spannsystem eingerichtet werden. Nach Bearbeitung von Werkstück 1 kann das Spannsystem entnommen werden und das 2. im Nullpunkt-Spannsystem platziert werden. Die Maschine kann sofort das nächste Programm fahren und hat dadurch weniger Stillstand. Auch ungeplante und eilig zu fertigende Ersatzteile können mit Hilfe der Spanntechnik problemlos in den Fertigungsablauf eingeschoben werden. Anschließend kann das Teil, dessen Bearbeitung unterbrochen wurde, wieder einfach eingespannt und weiterbearbeitet werden, ohne dass lange Rüstzeiten anfallen. Werkstücke können zum Schichtende in jedem Bearbeitungszustand abgespannt werden und somit einem anderen Teil mit langer Bearbeitungszeit Platz machen. Dadurch werden die Maschinenlaufzeiten drastisch erhöht. Auch für eine effektive Fünfseitenbearbeitung können Werkstücke flexibel, mit hoher Spannkraft und ohne Störkontur mittels modularer Nullpunktspanntechnik sicher gespannt werden.

Einsatzmöglichkeiten

Nullpunktspannsysteme können an fast jeder Werkzeugmaschine nachgerüstet werden. Es bietet zahlreiche Optionen, wie Vertikal- oder Horizontalbearbeitung, Einfach- oder Mehrfachspannsysteme oder die automatisierte Fertigung. Das Nullpunktspannsystem eignet sich zum rüstzeitoptimierten Spannen bei der spanenden und spanlosen Bearbeitung in allen Bereichen.

Anbieter im Markt

Schunk, FCS Automation, AMF, Halder, Stenzel-Werkzeugtechnik