Druckschalter

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Druckschalter ✓ Definition, Aufbau, Einsatz, Vorteile

Druckschalter werden durch Druckänderung eines Mediums (gasförmig wie Luft oder flüssig wie Öl oder Wasser) betätigt. Eingesetzt werden diese Schalter bei Pumpen, Ventilen, Verdichtern oder auch in Druckreglern.



elektronischer Druckschalter
Elektronischer Druckschalter von SUCO

Die Aufgabe von Druckschaltern ist es, den Füllstand oder Druck in einem Gefäß in einer vorgegebenen Spanne zu halten. Die Obergrenze darf nicht überschritten bzw. der untere Wert nicht unterschreitet werden. So werden bspw. Motoren von Pumpen (Wasserpumpe, Gartenpumpe, ...) oder Kompressor reguliert. Der obere Druckwert wird auch als Ausschaltdruck bezeichnet, bei dem der Schalter einen Stromkreis unterbricht. Der untere Druckwert heißt Einschaltdruck. Druckschalter, die speziell für das Medium Wasser ausgelegt sind, werden auch als Wasserdruckschalter bezeichnet.

Einsatzgebiete von Druckschaltern sind in der Industrie etwa bei der Prozessüberwachung, Energieversorgung, Wasserentnahme sowie beim Werkzeugbau. Branchen wie Medizintechnik, Mobilhydraulik, Maschinen- und Anlagenbau (Landmaschinen, Baumaschinen) sowie Geräte-, Behälter- und Apparatebau sind große Anwendungsfelder. Aber auch ein Hauswasserwerk mit Pumpensteuerung, das Wasser aus einem Brunnen ins Haus oder in den Garten befördert, benötigt einen Druckschalter.


Funktionsweise Druckschalter


Elektronische Druckschalter

Anbieter von elektronischen Druckschaltern

Elektronische Druckschalter schließen oder öffnen einen Schaltkontakt sobald ein vorher bestimmter Druck erreicht wird. Sie werden häufig bei verfahrenstechnischen und industriellen Prozessen eingesetzt - meistens im Maschinenbau. Sie vereinen drei Geräte in sich:

  1. einen Drucksensor
  2. eine Druck-Digitalanzeige
  3. einen elektronischen Schalter

Aufbau

Ein elektronischer Druckschalter (kurz: EDS) baut auf einen elektronischen Drucksensor (piezoresistiv oder piezoelektrisch) auf, der einen anliegenden Mediendruck, z. B. ein Gas oder eine Flüssigkeit (in bar oder mbar) in ein elektrisches Signal (in V oder mA) umwandelt. In der Funktion eines elektronischen Schalters können im Gegensatz zu einem Drucktransmitter bzw. Druckmessregler nur zwei Zustände (Ein / Aus) angenommen werden. Sobald ein voreingestellter Druck erreicht wird, öffnet oder schließt ein Schaltkontakt im Druckschalter. Je nach Gebrauch und gewünschtem Zustand verwendet man daher einen Öffner- (engl. NC für „normally closed“) oder einen Schließer-Kontakt (engl. NO für „normally open“).

Ausführungen

  1. Mit Display
  2. zusätzlich ein analoges Ausgangssignal
  3. nachgeschaltete Steuer- oder Regeleinheit

Werden alle drei Ausführungen in einem Gerät vereint, nennt man es 3-in-1-Gerät.

Vorteile

  • digitale Anzeige
  • einstellbare Schaltpunkte
  • hohe Zuverlässigkeit
  • hohe Genauigkeit
  • kein Verschleiß
  • Langzeitstabilität
  • einfache Bedienung
  • hohe Anzahl an Schaltzyklen

Mechanische Druckschalter

Anbieter von mechanischen Druckschaltern

Mechanische Druckschalter senden ein elektrisches Signal, wenn der definierte Druck erreicht und der Schalter betätigt wurde (dadurch kann zum Beispiel eine Pumpe abgeschaltet werden). Für diesen Vorgang benötigt der Druckwächter keine weitere Hilfsenergie. Die Verstellung der Hauptdruckfeder beeinflusst den Ausschaltdruck sowie den Einschaltdruck.

Eigenschaften

  • Schaltung von Lasten bis 15 A / 220 V möglich
  • auch Schaltungen mit niedrigen Spannungen möglich
  • Öffner (NC), Schließer (NO) und Wechsler (CO)
  • Schlüsselweite 24, 27,30
Mechanische Druckschalter von SUCO.
Auswahl mechanischer Druckschalter (Abbildung von SUCO)

Vorteile

  • Ausfallsicher, da keine Hilfsenergie benötigt wird
  • Langzeitstabilität
  • hohe Präzision
  • Variantenvielfalt
  • robuste und kompakte Bauweise
  • günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis

Varianten

Zubehör

Zubehör für Montage und Anwendung: Gegenstecker, Membrane, Flansche, Gehäuse, Gummischutzklappen IP54, Gerätesteckdose IP65, Entlastungsventile (EV) und Anlaufentlastungsventile (AEV) sowie Gewindeadapter. Wichtig: Bevor man Einstellungen am Druckschalter vornimmt bzw. ändert, muss man den Strom abschalten.

Bekannte Marken

Je nach Modell unterscheiden sich Druckschalter in Schaltleistung, Schutzart, Zulassung, Spannung, Motorschaltvermögen und Gewindegröße. Bekannte Hersteller auf dem Markt sind unter anderem WIKA, Condor (z. B. Steuerdruckschalter), Italtecnica und SUCO.

  • SUCO bietet ein breites Produktspektrum elektronischer & mechanischer Druckschalter für nahezu alle Anwendungsbereiche an. Nach dem Baukastenprinzip kann aus einer Vielzahl von Dichtungswerkstoffen, Gewinden und elektrische Anschlüssen gewählt werden, um auch anspruchsvolle Sonderlösungen umsetzen zu können. Die Typen 0500 - 0511 der „Performance“-Serie basieren auf einem Keramiksensor in Dickschichttechnologie, der eine Schaltpunkt-Genauigkeit von ± 0,5 %  bei 25°C garantiert. Dadurch lassen sich Druckbereiche von 0 bis 250 bar bei doppelter Überdruckfestigkeit realisieren. Während die Hysterese in einem Bereich von 3 – 98 % voreingestellt werden kann, können die Schaltpunkte vom Benutzer vor Ort eingestellt werden.
  • Condor klassifiziert Leistungsdruckschalter nach Eignung für Wechselstrom und Drehstrom.
  • Der Fokus von BD Sensors liegt auf der Entwicklung elektronischer Druckschalter mit Anzeige, die mit vielfältigen Software-Features erweitert werden.
  • TIVAL Sensors bietet 2- und 3-polige Modelle an.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Wikipedia-Seite Druckschalter.

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