IP Schutzklassen

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Was sind IP Schutzklassen? Definition:

IP Schutzklassen umfassen die Schutzarten gegen oder bei Berührung mit Fremdkörpern, die zu einem Ausfall oder einer Zerstörung der Elektronik Bsp. eines Gerätes führen können.

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Definition

Elektrische und elektronische Geräte müssen meist jahrelang unter schwierigsten Umweltbedingungen arbeiten: Temperaturschwankungen, Wasser, Feuchtigkeit, Dämpfe, Säuren, Laugen, Öle oder Kraftstoffe. Ebenso muss verhindert werden, dass Fremdkörper wie etwa Staub oder Schäden durch Stöße zuverlässigen Gebrauch und Funktion verhindern. Die verschiedenen Verfahren, um die IP Schutzarten zu prüfen, bilden Fehlermöglichkeiten nach: in der Praxis werden sie wie in den EU-Richtlinien beschrieben, Prüfsondensets eingesetzt, um zu überprüfen, ob wirklich kein Zugang ins Innere des Teiles besteht.

Schutzklasse 1, 2 und 3 - Unterschied/Bedeutung

International Protection Code

Schutzarten werden in IP Codes eingeteilt. IP steht für International Protection oder im Englischen auch gern Ingress Protection. Die Schutzart ist von der Schutzklasse zu unterscheiden: Schutzarten bezeichnen den Schutzgrad eines Gehäuses gegen Berührung, Fremdkörper, Wasser und Schutzklassen beschreiben die Maßnahmen gegen berührungsgefährliche Spannungen.

Normen

Bei IP Codes gibt es verschiedene deutsche und internationale Normen:

  • IN EN 60529 (VDE 0470-1):2014-09 Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code) (IEC 60529:1989 + A1 :1999 + A2:2013); Deutsche Fassung EN 60529:1991 + A1:2000 + A2:2013, früher VDE 0470-1
  • ISO 20653:2013 Straßenfahrzeuge - Schutzarten (IP-Code) - Schutz gegen fremde Objekte, Wasser und Kontakt - Elektrische Ausrüstungen

Schutzklassen

Schutzklasse 0

0 bedeutet, dass es nur die Basisisolierung gibt, die keinen besonderen Schutz gegen elektrische Schläge bietet. Das Anschließen an ein Schutzleitersystem ist nicht möglich. Für die Schutzklasse 0 gibt es kein Symbol, auch eine Kennzeichnung ist nicht vorgesehen. Sie wird auch nicht mehr in den künftigen internationalen Normen enthalten sein. Geräte mit Schutzklasse 0 sind in DACH nicht zugelassen.

Schutzklasse 1/Schutzleiter

Alle leitfähigen Gehäuseteile eines Betriebsgegenstandes sind mit einem Schutzleitersystem verbunden, das fest in der Elektroinstallation vorgesehen ist. Sind die Geräte beweglich, so haben sie in der Schutzklasse I eine Steckverbindung versehen, die einen Schutzleiterkontakt besitzt. In der Schweiz ist dieser Schutzkontakt dreipolig. Die Schutzleiterverbindung ist so konstruiert, dass sie als erste hergestellt wird, sobald der Stecker eingesteckt wird, und als letzte getrennt wird, sollte es zu einem Schadensfall kommen. Auch in der Mechanik darf der Schutzleiter als letztes abreißen. Bei Altinstallationen ist noch die Klassische Nullung zu finden, bei der ein Neutralleiter auch gleichzeitig der Schutzleiter mit Schutzleiterkontakten der Steckdose verbunden wird. Das ist ein PEN-Leiter: Schutzleiter (PE) und Neutralleiter (N).

Schutzklasse II/Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung

Schutzklasse II steht für doppelte oder verstärkte Isolierung. Sie haben meistens keinen Schutzleiteranschluss. Durch die verstärkte oder verdoppelte Isolierung sind auch elektrisch leitende Oberflächen kein Problem. Werden bewegliche Geräte der Schutzklasse II angeschlossen, so nur über Stecker; bei großen Strömen erfolgt das durch Konturenstecker. Bei kleinen Strömen wird der Eurostecker verwendet.

Schutzklasse III/Schutz durch Kleinspannung

Schutzklasse III steht für Arbeit mit Sicherheitskleinspannung oder Schutzkleinspannung. Diese Betriebsmittel dürfen nur an SELV- oder PELV-Stromquellen angeschlossen werden: z.B.

  • Sicherheitstransformator nach DIN EN 61558-2-6 (VDE 0570-2-6)
  • elektrochemische Stromquelle

IP

Der IP Code ist gemäß IEC 529, EN 60529, DIN VDE 0470-1 und NF C 20-010 festgelegt und bezeichnet den Schutzgrad gegenüber Fremdkörpern und Berührung und Wasser von Gehäusen und Abdeckungen.

1. Ziffer Schutz gegen Fremdkörper und Berührung 2. Ziffer Schutz gegen Wasser
0 ungeschützt 0 geschützt gegen Tropfwasser
1 geschützte gegen feste Fremdkörper > 50mm und gegen Berührung mit Handrücken 1 geschützt gegen Tropfwasser unter 15°
2 geschützt gegen feste Fremdkörper > 12mm und gegen Berührung mit Finger 2 geschützt gegen Sprühwasser
3 geschützt gegen feste Fremdkörper > 2,5mm und gegen Berührung mit Werkzeug 3 geschützt gegen Spritzwasser
4 geschützt gegen feste Fremdkörper > 1mm und gegen Berührung mit Draht 4 geschützt gegen Strahlwasser
5 geschützt gegen Staub und Berührung 5 geschützt gegen schwere See
6 dicht gegen Staub, geschützt gegen Berührung 6 geschützt gegen die Folgen von Eintauchen
7 geschützt gegen zeitweiliges Untertauschen
8 geschützt gegen dauerhaftes Untertauschen

Typische Schutzarten

Üblicherweise verbaut die Industrie IP5, in Schaltschränken IP20. Die Automobilindustrie nutzt IP55. In Baumaschinen, Katastrophenschutz, Wehrtechnik, Einbauorten mit offenem Zugang, Motorraum von Straßenfahrzeugen werden IP6k6k, IP6k8, IP6k9k nach DIN 40 050 Teil 9 verwendet. Wenn Vandalismus berücksichtigt werden muss, wird IP5X angebracht, das gegen unbeabsichtigtes Eindringen schützt.

IP65

IP65 steht für Staubdichte und Schutz gegen schwere See.

IP66

IP66 steht für Wasserdichte; eine Dichtung verhindert das Eindringen von Wasser und ist ebenfalls gegen Staub geschützt.

IP66 Cable entry frame / Kabeldurchführung KEL-ER

IP67

IP67 bedeutet, dass etwas gegen Staub geschützt ist, gegen Berührung und vor Untertauchen.

IP68

IP68 steht für Schutz gegen Staub, Berührung und dauerhaftes Untertauchen.

Verwendung

IP Schutzklassen finden ihre Verwendung hauptsächlich beim Schutz empfindlicher Gerätschaften. z.B.

Smartphones

Wenn es um den Schutz von Smartphones geht, ist es wichtig, dass sie vor größeren Schäden bewahrt werden. Dafür werden Schutzhüllen mit IP68 verwendet. Diese sind allerdings teurer. Am häufigsten im Gebrauch sind Schutzhüllen mit IP63 oder IP64.