Industrielle Kennzeichnung: Definition & Anwendungsbereiche

Aus induux Wiki
Auf induux suchen
Anbieter & News
Autoren
Lucia Oberhollenzer
PrintoLUX GmbH
aktualisiert am 03.12.2019 - 14:37:17
Angebot
Anzeige
Kennzeichnung

Industrielles Kennzeichnen sorgt für die Kenntlichmachung von Orten, Anlagen, Maschinen und Komponenten in der Industrie. Kennzeichnungen dienen im Produktionsprozesses als zentrale Ordnungs- und Orientierungselemente. Beispielhaft ist die Kabelkennzeichnung in Schaltschränken ein wichtiger Anwendungsbereich der Kennzeichnung.

Frage/Definition: Was ist/sind Kennzeichnung?



Kennzeichnungsarten

gima_kennzeichnungsmoeglichkeiten
Verschiedene Arten von Kennzeichnung, angewandt auf einer Metalltafel auf der #AMB18.

Die Kennzeichnung erfolgt als Direktkennzeichnung unmittelbar auf dem zu kennzeichnenden Gegenstand, oder als Mediumskennzeichnung auf unterschiedlichen Trägermaterialien (meist Metall, Kunststoff oder Folie).

Darstellungsformen, die zum Einsatz kommen:

  • Klartext in Buchstaben und Ziffern (unterschiedlicher Sprachen)
  • Symbole
  • Strichcode (1D-Code)
  • 2D-Code
  • RFID-Tags

Funktionen

Industrielles Kennzeichnen erfüllt folgende Funktionen:

  • Unterstützung von Sicherheit
  • Dokumentation von Normentreue
  • Hersteller- und Leistungsnachweis (Typenschild)
  • Rückverfolgbarkeit
  • Identifikation
  • Wiederauffindbarkeit
  • Plagiatschutz

Anwendungen

Industrielle Kennzeichnung findet in allen Produktionsbetrieben Anwendung. Einen besonders hohen Kennzeichnungsbedarf weisen folgende Branchen auf:

  • Anlagen- und Maschinenbau: bspw. Schaltschrankbau, Anlagenkennzeichnung
  • Automotive
  • Automobil-, Flugzeug-, Schiffsbau: bspw. Kennzeichnung von Kabelsträngen (Hierür werden meist Strumpfschläuche als ein sehr verbreitetes Mittel der Markierung eingesetzt.)
  • Bau von Schienenfahrzeugen
  • Medizintechnik
  • Chemie

Kabelkennzeichnung

Die Kabelkennzeichnung dient der Beschriftung von Kabel, Adern und Leitungen. Diese Art der Kennzeichnung ist Grundlage eines funktionierenden Kabelmanagements. Zur Kennzeichnung werden Kabelmarkierer oder Beschriftungssysteme (wie bspw. Beschriftungslaser) eingesetzt. Die bedruckten Produkte sind z.B. Schilder und Etiketten oder andere Kabelmarkierer. Andere Möglichkeiten bieten sich in der Kennzeichnung von Schaltschränken

Etikettiermaschinen/Etikettierung

Bei der Etikettierung wird mit sog. Etikettiermaschinen oder Etikettieranlagen gearbeitet. Die Maschinen dienen vorrangig dem Anbringen von Etiketten auf Gegenstände. Dabei gibt es verschiedene Arten: Kaltleim-, Heißleim-, Selbstklebe- oder Sleeve-Etikettierung. Allerdings müssen die beschrifteten Etikette angepasst sein an einhergehende Technologien und spezielle Etikettiermaschinen. Ihren Haupteinsatz finden Etikettieranlagen oftmals in der Automatisierung der industriellen Fertigung.

Kennzeichnungssysteme

Als Kennzeichnungssysteme werden Geräte, Maschinen und Werkzeuge, die eine eindeutige Kennzeichnung von Objekten und Produkten erwirken, bezeichnet.

Herstellung von Kennzeichen

Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Herstellung von industriellen Kennzeichen. Sie werden eingesetzt, um Direktkennzeichnungen und Mediumskennzeichnungen herzustellen.

Für die Direktkennzeichnung, der direkten Markierung von Produktionselementen (Maschinen, Geräte, Kessel, Rohre, etc.), werden in der Regel folgende Verfahren genutzt:

  • Tintenstrahldrucker/ Injekt-Technologie
  • Tampondruck
  • CO2-Laser (Kohlendioxidlaser)
  • Lasergravur (Laserbeschriftung)
  • Nadel-/Ritzmarkierer
  • Schlagstempel
  • Mechanische Gravur

Für die Mediumskennzeichnung, dem Bedrucken von Kennzeichnungsträgern (oft Schildern), werden beim industriellen Kennzeichnen vor allem folgende Herstellungsverfahren eingesetzt:

  • CO2-Laser (Kohlendioxidlaser)
  • Eloxal-Unterdruck-Verfahren (Eloxal-Verfahren)
  • Faser-Laser
  • Kristall-Laser (Festkörperlaser)
  • Mechanische Gravur
  • Nadel-, Ritzmarkierer
  • PrintoLUX-Verfahren
  • Siebdruck
  • Solvent-Druck (Foliendruck)
  • Stift-Plotter (Plotter)
  • Thermotransferdruck (Thermodruck)
  • UV-Direktdruck

Kennzeichnungsbeschaffung

Bei der Beschaffung erforderlicher Kennzeichen wählen die Nutzer zwischen folgenden Wegen:

  1. Beauftragung von Dienstleistern, die Kennzeichen zu liefern
  2. Herstellung der Kennzeichen im eigenen Unternehmen
  3. Mischform aus Bedarfsdeckung über Dienstleister und teilweiser Eigenproduktion

Die Kennzeichnungsbeschaffung wird oft dezentral an den jeweiligen Bedarfsstellen organisiert. Wo zentralisierte Vorgehensweisen praktiziert werden, lässt sich die Realisierung von Kosteneinsparungen beobachten.
An vielen außereuropäischen Orten, an denen der international agierende Anlagenbau Projekte realisiert, ist eine Beschaffung von Kennzeichen durch ortsansässige oder deutsche Dienstleister nicht möglich. Bei solchen Projekten werden die benötigten Kennzeichen entweder auf den Baustellen des Anlagenbaus in Eigenregie hergestellt oder bei heimischen Standorten bestellt.

Trägermaterialien für industrielles Kennzeichnen

An die verwendeten Materialien werden verschiedene Anforderungen gerichtet:

  1. Sie sollen je nach Einsatzbereich eine hohe Beständigkeit der Beschriftung begünstigen.
  2. Sie sollen Darstellungsqualität und Lesbarkeit der Beschriftung optimieren; immer häufiger in Bezug auf die Darstellung von 2D-Codes.
  3. Sie sollen mit gängigen Verfahren effizient beschriftet werden können.

Besonderes Interesse findet bei Anwendern auch die Frage, wie viele unterschiedliche Materialien mit einem einzelnen Kennzeichnungsverfahren bearbeitet werden können.

Oft eingesetzte Materialgruppen und Einzelmaterialien

Beim Beschriften industrieller Kennzeichen werden folgende Materialgruppen und Einzelmaterialien häufig genutzt:

Trägermaterialien
Materialgruppe Einzelmaterialien
Feste Kunststoffe Polyamid (PA) 6.6 (weiß)
Polyamid (PA) 6.0 (weiß)
Polycarbonat (PC) (weiß)
Polyethylenterephthalat (PET-A/PET-C)
Flexible Kunststoffe Polyesterklebefolie (PK) (0,1 mm)
Dokumentenfolie (Sicherheitsetikett)
Kunststoffverbundmaterial HPL (High Pressure Laminate) (weiß, dunkler Kern)
Thermotransferetiketten (Farbband)
mehrschichtiger Kunststoff als Gravurmaterial
Metalle Aluminium
Edelstahl (V2A 1.4301) (glänzend)
Edelstahl (V4A 1.4571) (glänzend)
Messing (CuZn37) (goldgelb)
Verbundmaterial mit Metall Aluminium-Verbundplatten (weiß, schwarzer Kunststoffkern)
Gravurmaterial, Metall (Aluminiumeloxal)

Da die Qualität und die oft nachgefragte Beständigkeit je nach Trägermaterial sehr stark differieren, ist eine entsprechende Fachberatung oder das Zurate-Ziehen aktueller Informationsschriften ratsam.

Anbieter Industrielles Kennzeichnen

PrintoLUX
Kernleistungen des Unternehmens sind:
  • Entwicklung, Weiterentwicklung, Produktion und Vertrieb aller Komponenten des patentierten PrintoLUX-Verfahrens zur Herstellung industrieller Kennzeichen
  • Herstellung von industriell eingesetzten Kennzeichen als Dienstleistung für Anwender
  • Beratungsleistungen im Bereich „betriebliche Organisation des industriellen Kennzeichnens“
Zu den Branchen, die das PrintoLUX-Verfahren anwenden und die Leistungen des Unternehmens nutzen, zählen insbesondere:
  • Maschinenbau
  • Anlagenbau
  • Automotiv
  • Automobilbau
  • Chemische Industrie

Literatur

Hermann Oberhollenzer (Hrsg.), Herstellungsverfahren für die industrielle Kennzeichnung, Springer, Heidelberg 2018, 320 Seiten, ISBN 978-3-662-55331-2, E-Book: [1].

Anhänge

Diese Seite hat noch keine Anhänge, du kannst aber neue hinzufügen.

Ähnliche Artikel zu Kennzeichnung