Baugruppenträger 19 Zoll

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🎓 Baugruppenträger sind offene Gehäuse aus Metall, in die Leiterkarten (Europakarten) und Baugruppen eingebaut werden. Üblicherweise werden Sie in genormte 19 Zoll Schränke montiert. Baugruppenträger sind Speichergeräte die oft für die Unterbringung von elektrischen Geräten verwendet werden und ein Bestandteil der Gehäusefamilie.
Synonym(e): 19 Zoll Gehäuse, 19 Zoll Tischgehäuse, Chassis-Gehäuse, Regalmontage-Chassis, Platinengehäuse, BGT, 19 Zoll Aufbausystem


Was ist ein Baugruppenträger?

Aufbau Baugruppenträger und Gehäuse
Aufbau Baugruppenträger und Gehäuse

Baugruppenträger sind offene oder geschlossene Gehäuse, in die steckbare Baugruppen wie Einschubkassetten, Steckplatinen oder auch Verdrahtungs- und Patchmodule aufgenommen werden können und die deren Befestigung ermöglichen. Baugruppenträger als Grundkonstruktion bestehen aus miteinander verschraubten Aluminium- oder Stahlblechteilen. An dieses kann weiteres Zubehör wie Gewindestreifen, Griffe, Führungsschienen und Montagewinkel befestigt werden. Standard-Baugruppenträger werden fast ausschließlich im genormten 19“-Format gefertigt, wodurch sie einfach in 19“-Racks oder Schaltschränke integriert werden können. Sie vereinfachen die Unterbringung von elektronischen und elektrischen Baugruppen und es können mehrere Baugruppen befestigt werden, ohne dass ein zusätzliches Gehäuse oder Rack notwendig sind. Die Maße von Baugruppenträgern sind durch eine internationale Norm IEC 60297-3 festgelegt und damit standardisiert. Dies ermöglicht es, die Kosten niedrig zu halten und gleichzeitig einen sehr hohen Qualitätsstandard zu garantieren. Zusätzlich gibt es weitere Festlegungen für Baugruppenträger wie VME, CompactPCI und AdvancedTCA. Baugruppenträger werden in Schränke montiert. D. h. sie bekommen Seitenwände und können dadurch häufig im industriellen Bereich (Produktionen, Lager, Labore) eingesetzt werden. Mit Anschlusseinheiten können mehrere Baugruppenträger / Schränke verbunden werden.

Arten

Baugruppenträger sind in

  • offener Ausführung
  • geschlossener Ausführung
  • und als Tischgehäuse

erhältlich. Offene Gehäuse bestehen in der Grundvariante aus zwei Seitenwänden aus Stahlblech oder Aluminium sowie vier Modulschienen, die je mit den Seitenteilen verschraubt sind. Häufig sind zusätzlich gelochte oder geschlossene Deckel für die Ober- und Unterseite erhältlich. Befestigungswinkel für die Seiten zum Anschrauben an 19“ Schienen sind entweder bereits Bestandteil der Seitenwände oder zusätzlich anschraubbar. Bei der geschlossenen Ausführung wird unterschieden ob das Gehäuse, oben, unten und seitlich geschlossen ist, oder ob die Rückseite auch über eine Abdeckplatte verfügt. Außerdem gibt es Baugruppenträger deren Gehäuse allseitig geschlossen ist.

Offene Gehäuse haben den Vorteil einer besonders guten Belüftung. Sie sind daher insbesondere dann geeignet, wenn viel Verlustwärme entsteht, die abgeführt werden muss. Offene Gehäuse eignen sich nicht für den Einsatz außerhalb von 19“ Racks oder Schränken. Hier ist die geschlossene Bauweise geeigneter. Wird eine Belüftung benötigt, kann diese mit gelochten oder geschlitzten Boden- und Deckelblechen realisiert werden. Geschlossene Träger sollten bestenfalls mit integrierten Griffmulden oder Tragegriffen ausgestattet werden, für eine einfache und sichere Handhabung.

Die Modulträger sind in verschiedenen Größen, Abmessungen und Chassis-Materialarten erhältlich (horizontale Teilung, Tiefe und Einheiten). Die Wahl ist abhängig von dem unterzubringenden Gerät. Je nach Anforderung an die Stärke stehen Metalle wie Aluminium, Edelstahl oder Zink für die Konstuktion zur Verfügung. Regalmontage-Gehäuse und Baugruppenträgersysteme benötigen eventuell Zubehör um DIN-Schienen, Steckverbinder, Frontplatten, Rück- und Seitenwände, Griffe, Regalschubladen, Regalgehäuse, Regalmodule, Kits und vieles mehr zu vervollständigen und zu installieren.

Bei der Auswahl der Module sind die Produkteigenschaften zu beachten. Dazu gehören: ist der Modulträger tiefenverstellbar, welcher Werkstoff, Ausführung der Oberfläche, Gehäuseart, Schirmung, integrierte Leiterplattenanschlusstechnik, Tragschienenmontage möglich, Wandmontage möglich, Gehäuse anreihbar, Lüftungsöffnungen vorhanden, Breite, Höhe, Tiefe.

LWL-Baugruppenträger

LWL-Baugruppenträger werden zum Anschluss von hochfaserigen Bündeladerkabeln, Breakout-, Mini-Breakoutkabeln und TICNET-Strecken eingesetzt. Bei LWL-Modulen mit Pigtails sind meist auch Crimpspleißschutz System Telekom und Beschriftungsstreifen enthalten. Als Zubehör kommen Kabelrangierpanel zum Einsatz.

Schutz durch Baugruppenträger

Eine Reihe von Regalmontage-Gehäusen, Baugruppenträgern und Chassis schützen und schirmen Geräten gegen elektromagnetische Störungen (EMV), elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ab und unterliegen den regulierten Normen und der IP-Schutzart. Verschiedene Hersteller, darunter das Unternehmen Schroff, bieten verschiedene abgeschirmte und ungeschirmte Baugruppenträger an.

Aufbau

Der Aufbau von Baugruppenträgern ist genormt und in der IEC-Norm 60297 festgelegt. Damit wird sichergestellt, dass auch andere genormte Baugruppen und Bauelemente Wi Einschübe herstellerunabhängig kompatibel sind. Baugruppenträger bestehen aus

  • Führungsschienen für einen sicheren Halt
  • Busplatine (oder Backplane, Rückwandbus) für die Verbindung der Baugruppen und Aufnahme von Steckkontakten
  • Steckern zum verbinden der Rückwandbus und der Baugruppen

Die Außenbreite eines Baugruppenträgers von 482,6 mm (= 19 Zoll) wird inklusive Befestigungsflanschen berechnet. Die gesamte Breite inkl. Schrauben soll max. 449 mm nicht überragen. Die Breite der Baugruppenträgeröffnung wird durch die Teilungseinheit, 1 TE = 5,08 mm (2/10"), unterteilt. Die gesamte Höhe (Außenhöhe) wird durch ein Vielfaches einer Höheneinheit beschrieben, 1 HE = 44,45 mm (13/4"). Die Außenhöhe wird auch als Rackhöhe bezeichnet. Die Tiefe (Außentiefe/Racktiefe) wird nicht explizit festgelegt. Die individuellen Abmessungen hängen von dem hinteren Verbindungsstück oder den hinteren Eingangs-/Ausgangs-Steckbaugruppen ab.

Die Abmessungen für die Leiterplatten wurden aufgrund der Europakarten definiert (H = 100 x D = 160mm). Eine Leiterkarte, die mit einer Frontplatte und einem DIN 41612 Steckverbinder für Leiterplatten ausgestattet ist, nennt man Steckbaugruppe. Eine mechanisch geschlossene Baugruppe zum Einbau in Baugruppenträger und zur Aufnahme von einer oder mehreren Leiterplatten wird als Kassette bezeichnet.

Der Steckplatz (Slot) für die Leiterplatten ist das Vielfache eines horizontalen Abstandes und kann in speziellen Anwendungen unterschiedlich sein.

Einsatz

Baugruppenträger kommen für industrielle, wissenschaftliche und kommerzielle Anwendungen zum Einsatz. Sie können breit eingesetzt werden, das Anwendungsgebiet reicht von der Lagerung militärischer Telekommunikationsgeräte über die Verwendung in der Transportindustrie bis hin zu Testanwendungen, zur Mess-, Regel- und Prüftechnik, in Steuerungen, Kommunikationssystemen und in der Rundfunktechnik.. Leiterplatten wie Europlatinen verwenden einen Baugruppenträger für die Installation, ebenso wie die 19-Zoll-Steckeinheiten (PUIs). Ein 19-Zoll-Chassis wird für die horizontale Leiterplattenmontage verwendet. Nicht standardmäßige Komponenten- und Gerätemontage wie beispielsweise ein Transformator oder schweres Zubehör verwenden ebenfalls eine Chassis-Montageplatte. 19-Zoll-Regale werden in verschiedenen Branchen zur Lagerung von elektrischen Geräten verwendet.

Anbieter im Markt

Baugruppenträger können direkt beim Hersteller gekauft werden oder bei Anbietern, die via Online-Shops Gehäuse verkaufen. Dazu zählen u. a. Conrad, May Distribution, Reichelt, RS Components und Fischer Elektronik.