Lastenheft

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Was Was ist ein Lastenheft?

Im Lastenheft werden die Anforderungen an ein System oder eine Leistung beschrieben. Dies erfolgt unabhängig von der konkreten Technologie. Die konkrete technische Lösung ist nicht Teil des Lastenheftes, sonder Inhalt des Pflichtenheftes, das auf dem Lastenheft basiert


Wichtig ist klar zwischen Lastenheft und Pflichtenheft unterscheiden zu können.

Das Lastenheft wird auch bezeichnet als: Anforderungsspezifikation, Anforderungskatalog, Produktskizze, Kundenspezifikation.

Der Inhalt eines Lastenheftes soll so unabhängig wie möglich von einer konkreten Realisierung formuliert werden.

Mit einem sauberen Lastenheft können Dienstleister/Lieferanten angesprochen und um die Abgabe eines Angebotes gebeten werden.

Austausch zum Schreiben eines Lastenheftes

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Lastenheft Inhalt

Lastenheft im Video einfach erklärt: Lastenheft

Das Lastenheft stellt die Basis des Konzepts dar.

Es beschreibt die „vom Auftraggeber festgelegte Gesamtheit der Forderungen an die Lieferungen und Leistungen eines Auftragnehmers innerhalb eines Auftrages“.

Da das Lastenheft vom Auftraggeber erstellt wird, werden darin keine präzisen Angaben zur Umsetzung formuliert. Das Lastenheft beinhaltet jedoch Zielsetzungen, Aufgabenstellungen, Anforderungen und weitere wichtige Eckdaten. Es gibt eine Standardform des Lastenhefts. Die Anforderungen werden nummeriert um einen übersichtlichen Angebotsvergleich zu ermöglichen. Die Beschreibung wird in der Regel um Grafiken ergänzt. Auf 15-20 Seiten wird auf inhaltsreichen Seiten beschrieben, was und wofür etwas gemacht wird.

Inhalt des Lastenhefts ist somit:

  • Zielbestimmungen und Spezifikationen zum gewünschten Produkt
  • Erforderliche Funktionen
  • Relevante technische Daten und vertragliche Rahmenbedingungen
  • Qualitätsanforderungen

Lastenheft erstellen

Folgender Auflistung kann der Aufbau des Lastenhefts entnommen werden.

  1. Aufstellen grober Ziele (Preislicher Rahmen, Welche Produkte stellt die neue Maschine her?)
  2. Anforderungen an technische Daten, Steuerung und Peripherie
  3. Anforderungen in MUSS- und WUNSCH- Kriterien unterteilen
  4. Quantitative Größen der Anforderungen festlegen um den Spielraum für Anbieter einzuschränken und unpassende Angebote auszuschließen
  5. Ordnen des Lastenhefts nach Schlagwörtern zur Verbesserung der Übersicht

Lastenheft Gliederung

Einführung
Die Einführung ist eine kurze Zusammenfassung des Projekts. Sie enthält die Eckdaten und eine Einführung in das Projekt. Es wird das Geschäftsumfeld und alle intern und extern beteiligten Bereiche genannt. Schließlich enthält die Einführung noch einen ungefähren Zeitplan und den Kostenrahmen.
Ist-Zustand
Hier erfolgt eine konkretere Beschreibung des Geschäftsumfelds. Wie viele Buchungssätze, Mitarbeiter, Kundenanfragen und Ausdrucke werden derzeit berücksichtigt? Beteiligte Parteien wie zum Beispiel Mitarbeiter, Management und Kunden werden aufgeführt. Auch ist zu erwähnen, ob weitere organisatorische Veränderungen geplant sind.
Soll-Zustand
Der Soll-Zustand beschreibt die Erwartungen an das Projekts aus Sicht des Auftraggebers. Es geht hier nur um den Nutzen für den Auftraggeber, nicht die technischen Details. Als Beispiel: „Eine starke und sichere Serverlösung für alle Firmendokumente.“ Allgemein bedeutet das, der Auftraggeber will alle Dokumente sicher unterbringen. Beschrieben werden also nicht die Details einer bestimmen Backuplösung. Die Anforderung trennen Sie hier in MUSS-, SOLL- und KANN- Anforderungen. Letztere beschreiben die idealen Vorstellungen des Auftraggebers. Entscheidend bei der Erstellung eines Lastenhefts ist also: Wo wird Geld ausgegeben und wo werden Kosten gespart?
Abgrenzungen
Das Gegenteil des Soll-Zustandes. Was soll das Projekt keinesfalls ergeben?
Schnittstellen
Welche Schnittstellen gibt es zwischen einzelnen IT-Umgebungen und zwischen Menschen und deren IT-Umgebung? Hier werden mögliche IT-Protokolle eingefügt.
Technische Rahmenbedingungen
Die Ausführungen der technischen Rahmenbedingungen beinhalten technische Details und Anforderungen. Welche Versionen sollen verwendet und welche Hardware eingesetzt werden? Hier sind auch bereits vorhandene Windowsanwendungen beschrieben.
Einsatz
Hier werden bestimmte Bedingungen festgelegt, die für den Einsatz im laufenden Betrieb wichtig sind. Darunter fallen grobe Termine, die Art und den Umfang der Dokumentation, der Ablauf von Testphasen, der Schulungszeitraum und die Abnahme.
Terminplan
Im Terminplan listen sich die groben Rahmentermine, die sogenannten Meilensteine. Zum Beispiel ist es wichtig, dass die neue Verrechnungssoftware vor dem Weihnachtsgeschäft in Betrieb genommen wird.
Kostenrahmen
Eine Abgabe des Kostenrahmens erscheint sinnvoll. Ein Kostenrahmen ist eine wichtige Information für den Anbieter. Er sagt aus, welches Budget zur Verfügung steht. Im Regelfall erhält das beste Angebot , also die beste Leistung für den niedrigsten Preis, den Auftrag.
Organisatorisches Umfeld
Hier steht der Name des Projektleiters und die Namen der Projektmitarbeiter. Arbeiten diese aus Vertrauensgründen Vorort, wird dies hier vermerkt.
Glossar
Dieser Unterpunkt richtet sich speziell an externe Dienstleister. Er beschreibt die spezifische Sprache des Auftraggebers wie zum Beispiel Kürzel und Fachbegriffe.
Verweise
Verweise nehmen Bezug auf verschiedene Anhänge, Dokumente, Klauseln, Business- und IT- Architekturpläne eines Unternehmens.

Lastenhefte in unterschiedlichen Bereichen

Lastenheft im Maschinenbau

Für das Lastenheft im Maschinenbau gelten - neben den allgemeinen Empfehlungen für ein Lastenheft -, besondere Bedingungen der jeweiligen Verbände, wie z. B.: VDMA-Bedingungen für die Lieferung von Maschinen für Inlandsgeschäfte.