Fachübersetzung in der Industrie

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Letzter Bearbeiter/Autor dieser Wiki-Seite 'Fachübersetzung in der Industrie': Angela Krolo (induux-Profil)
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Was ist eine Fachübersetzung? Definition:

Fachübersetzungen sind Übersetzungen, die für spezielle Sachgebiete wie beispielsweise die Technische Dokumentation für Maschinen, Recht, Finanzen, HR oder auch Marketing, angefertigt werden und das von einem in diesem Bereich ausgebildeten – meist – muttersprachlichen Übersetzer. Die einzig international gültige Norm für Übersetzungsdienstleistungen ist die DIN EN ISO 17100. Sie gibt Qualitätskriterien vor, die die Ausbildung, Berufsverfahrung und notwendige Qualifikationen der Übersetzer regelt. Notwendig ist dies sowohl auf sprachlicher als auf fachlicher Ebene, wird so doch garantiert, dass sprachlich adäquate, aktuelle Formulierungen, Redewendungen und Terminologie gebraucht sowie aber auch geltende Normen und Regelwerke im jeweiligen Fach berücksichtigt werden.

Auch oft gesucht: technische Übersetzung, Marketingübersetzung, Softwareübersetzung



Gerade im Bereich der Technischen Dokumentation aber auch im Marketing, also im Rahmen der Kommunikation mit Kunden und weiteren wichtigen externen Anspruchsgruppen, fällt häufig Übersetzungsbedarf in Unternehmen an. Dazu gehören beispielsweise die multilingualen Versionen von Werbematerialien, Bedienungsanleitungen für Produkte oder auch Unternehmenswebsites. Prinzipielles Ziel dabei ist, fachlich, sprachlich und stilistisch korrekt in der Fremdsprache zu kommunizieren, sodass die Zielgruppe – meist der Kunde – Ihr Anliegen, Produkt oder die Dienstleistung versteht. So sagen immer noch knapp 60 Prozent der Käufer, dass ihnen der Zugang zu Informationen über ein Produkt in ihrer Muttersprache wichtiger ist als ein niedriger Preis (vgl. Common Sense Advisory 2016). Sprache macht also den Unterschied.

Folglich sollte eine Übersetzung denselben Zweck erfüllen wie der zuvor sorgsam verfasste Ausgangstext: Sie sollte für ein positives Unternehmensimage sowie für Erfolg am Markt sorgen. Entscheidend dafür ist die Kernbotschaft des Ausgangstexts beizubehalten und die Verwendung korrekter Fachbegriffe, CI-Konformität und die Anpassung an lokale Gegebenheiten des Zielmarkts (Lokalisierung).

Fachübersetzung - intern oder extern?

Entscheider, die eine Fachübersetzung benötigen, stehen häufig vor der Frage, ob sie diese inhouse leisten können oder an eine externe Übersetzungsagentur abgeben. Die Frage muss vor dem Hintergrund beantwortet werden, wie gut das Unternehmen den angestrebten Markt, die Eigenheiten der Sprache und Zielgruppe kennt und welchen Zweck die Übersetzung generell erfüllen soll. Handelt es sich um ein offizielles Dokument, beispielsweise mit Arbeits- und Sicherheitshinweisen, dann ist eine Übersetzung durch den Profi unabdingbar. Sind es Dokumente, die rein für den internen Gebrauch vorbereitet werden sollen, reicht vermutlich auch schon ein Lektorat der Übersetzung durch eine Übersetzungsagentur.

Vielfach unterschätzt werden Risiken und Folgekosten einer minderwertigen Übersetzung. Wird diese abseits bestimmter Qualitätskriterien angefertigt, kann dies neben Imageschäden, Produktionsausfällen oder Absatzeinbußen auch immense Folgekosten nach sich ziehen, bspw. wenn derartige Schäden durch eine nun verbesserte Übersetzung und umfangreiche Anschlusskommunikation wieder ausgemerzt werden müssen. Im schlimmsten Fall bedeuten missverständliche oder falsche Übersetzungen sogar eine Gefahr für Leib und Leben. Es lohnt daher, vorab im Rahmen eines Risikomanagements zu klassifizieren, welche Auswirkung ein Dokument auf Zielgruppe, Produkt und weitere Stakeholder haben kann um daraus abzuleiten, wie hoch der Expertise- und Erfahrungsgrad des jeweiligen Übersetzers zur Anfertigung einer Übersetzung sein muss. Eine Übersetzung, angefertigt nach ISO 17100, bietet dabei den höchstmöglichen Qualitätsgrad, der durch standardisierte Workflows nach ISO 17100, durch die Auswahl der Übersetzer und die Möglichkeit, zusätzliche Qualitätskriterien zu vereinbaren, machbar ist.

Eine Frage der Qualität – die ISO 17100

Fachübersetzungen ISO 17100.jpg

Die ISO 17100 ist die einzig gültige Qualitätsnorm der Übersetzungsbranche. Sie definiert umfassende Rahmenbedingungen und Qualitätskriterien, die für den gesamten Übersetzungsprozess und für alle daran Beteiligten gelten. Dazu gehören beispielsweise die notwendige Berufserfahrung und der Ausbildungsgrad eines Übersetzers oder auch das 4-Augenprinzip im Erstellprozess der Übersetzung selbst: Nachdem ein Fachübersetzer seine Übersetzung selbst geprüft hat, erfolgt ein weiterer Check durch einen ebenfalls fachlich qualifizierten Revisor.

Weitere Voraussetzungen für eine Übersetzung, zum Beispiel das Prinzip des muttersprachlichen Fachübersetzers, kann ein Sprachdienstleister für sich selbst zusätzlich zur ISO festlegen. Auch diese Vorgehensweise ist ein Kennzeichen von Qualität, wird allerdings von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich gehandhabt. Nicht aber jedes Übersetzungsbüro, welches mit dem ISO-Prüfsiegel wirbt, ist auch durch die offizielle Prüfstelle auditiert und zertifiziert worden: Viele Dienstleister lassen sich bei DIN CERTCO lediglich registrieren und geben somit an, nach der ISO 17100 zu arbeiten und auf ein Audit zu warten. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine eigenständige Erklärung des Dienstleisters zur Konformität mit den Vorgaben in der ISO 17100, die durch keine unabhängige Stelle überprüft wird. Die offizielle Zertifizierung von Austrian Standards, dem deutschen TÜV oder anderen Instituten bescheinigt Sprachdienstleistern hingegen vorbildliche und unabhängig geprüfte Prozesse gemäß ISO 17100.

Einkäufer für Übersetzungsdienstleistungen sollten sich daher immer im Vorfeld darüber informieren, ob der Übersetzungsdienstleister tatsächlich nach der ISO 17100 zertifiziert ist und nicht nur Übersetzungen „gemäß ISO 17100“ anbietet. Denn Letzteres kann schlussendlich – ohne jegliche Kontrolle – jede Übersetzungsagentur behaupten. Der Zusatz einer bisher nur erfolgten Registrierung (im Gegensatz zur Zertifizierung) wird dabei oftmals nicht offen und transparent dargestellt. In Deutschland gibt es laut aktueller Statistik 45 Unternehmen, die ISO-zertifiziert sind, 166 sind registriert, eine weitere große Anzahl an Unternehmen beachtet diese für die Qualität der Übersetzungen essentielle Norm nicht.


Für höchste Effektivität im Übersetzungsprozess: Translation-Memory-Systeme

Translation-Memory-Systeme (TMS) sind als Computer assisted translation-tools (CAT-Tools) der digitale Speicher eines Übersetzers, also eine Datenbank, in der alle Ausgangstexte und die dazugehörigen Übersetzungen erfasst und gespeichert werden. Wiederholt sich eine Textpassage und das Translation Memory hat dafür bereits eine korrekte Übersetzung, wird diese in die Folgeübersetzung eingespeist. Identische Inhalte müssen dadurch nur ein einziges Mal übersetzt werden. Auf diese Weise werden Kosten und Zeit bei gleichbleibend hoher Qualität und Konsistenz eingespart – langfristig um bis zu 70 Prozent.

Zu den führenden Systemen gehören:

  • Across Language Server
  • memoQ
  • SDL Trados Studio
  • Star Transit

Technische Übersetzung

Technische Übersetzungen sollten vor allem eines erfüllen: Sie sollten präzise und verständlich formuliert sein, sodass der Anwender einer Maschine in jeder Situation genau weiß, was er zu tun hat. Fachliche Korrektheit, die Einhaltung der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und weiteren, spezifischen Richtlinien gehören daher ebenso dazu, wie die korrekte Verwendung des Fachvokabulars. Notwendig werden neben der hohen Qualifikation des Redakteurs damit auch eine hohe Qualifikation des technischen Übersetzers und Fachprüfers. Da der Schreibstil oftmals zweitrangig und es überwiegend um eine nüchterne, korrekte Darstellung des Sachverhalts geht – bei dem sich gut und gerne Passagen wiederholen können, wenn sie an mehreren Stellen zutreffend sind – ergeben sich durch die Arbeit mit dem CAT-Tool (TMS) viele Einsparpotentiale hinsichtlich Zeit und Budget.

Marketingübersetzung

Im Gegensatz zu technischen Fachübersetzungen, bspw. für die Technische Dokumentation, sind Marketingübersetzungen meist durch einen ansprechenden Stil geprägt, Wiederholungen sollten eher vermieden werden. Die Übersetzung wird vielmehr hingehend Redewendungen, Emotionen und ansprechenden Formulierungen bearbeitet, soll sie doch meist so attraktiv sein, dieselbe Botschaft vermitteln und ähnliche Assoziationen bei der Zielgruppe hervorrufen wie das Original.

Marketingübersetzungen lassen sich daher auch in Unterkategorien wie beispielsweise Transkreation oder – für Webseite- und Suchmaschinentexte – in multilingual SEO unterteilen.

Transkreation

Transkreation ist ein zusammengesetzter Begriff (sprachwissenschaftlich: Kontamination) aus TRANSlation und KREATION und versucht sich stärker vom Ausgangstext loszulösen als die wortwörtliche Übersetzung. Ziel ist es den Marketingtext noch stärker an die Bedürfnisse des Zielpublikums anzupassen. Beispielhaft angeführt werden kann hier der Werbeslogan von Haribo, der die sich reimende Botschaft „Süßigkeit, die alt und junge Konsumenten glücklich macht“, in alle Sprachen überträgt, sich dabei aber vom Deutschen Original „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso“ in seiner wortwörtlichen Übersetzung stark lösen muss, um den sich reimenden Singsang weiter zu gewährleisten. In diesem Falle könnte man auch von Copywriting sprechen, heißt es doch im Französischen, Englischen, Spanischen und Italienischen bspw.:

  • Kids and grown-ups love it so, the happy world of Haribo. (Englisch)
  • Haribo, c'est beau la vie, pour les grands et les petits. (Französisch)
  • Haribo è la bontà – che si gusta ad ogni età. (Italienisch)
  • Haribo, dulces sabores para pequenos y mayores. (Spanisch)

SEO-Übersetzung, Multilingual SEO oder International SEO

SEO-Übersetzungen beschäftigen sich mit der Übersetzung von Texten für das Internet. Dabei wird beachtet, dass sich aufgrund anderer Suchmaschinen, unterschiedlicher Suchgewohnheiten und verwendeter Suchbegriffe im Ausland auch vollständig andere Keywords, Headline- und Textstrukturen in der Zielsprache ergeben können als dies die SEO-optimierten Ausgangstexte inklusive relevanter Keywords durch eine Wort-für-Wort-Übersetzung zulassen würden.

Was für den deutschen Markt funktioniert, muss für Frankreich oder Italien, ja in jedem Fall für Russland oder China, nicht funktionieren: So sucht bspw. aufgrund von Kultur und gesellschaftlichen Normen die deutsche Shopping-Community nach ganz anderen Trends, Bräuchen, Farben, Formen und Schnitten, als die französische oder chinesische. Ein Online-Shop für Brautmode, der international erfolgreich sein will, muss dies berücksichtigen und SEO-Übersetzungen anfertigen lassen, wenn er seine Ware in jedem Land bestmöglich online platziert wissen möchte. Derartige Übersetzungsleistungen ergeben sich neben der Optimierung der Website (SEO) auch für Apps (App-Store-Optimierung = ASO), Anzeigen für Suchmaschinen (SEA) und weitere E-Commerce-Aktivitäten. Auftraggeber sind all die Unternehmen, die ihre Leistungen über Länder- und Sprachgrenzen hinweg skalieren möchten und darauf angewiesen sind, im Web in mehreren Sprachen sichtbar zu sein.

Softwarelokalisierung oder -übersetzung

Auch Software - da noch leichter international skalierbar als materielle Güter - sind für die internationalen Nutzer bzgl. der Oberfläche, der Dokumentation oder auch Online-Hilfen an das sprachlich, technisch wie kulturelle Nutzungsverhalten der Softwareuser anzupassen. Lokalisierungsagenturen müssen folglich die sprachlichen und kulturellen Ansprüche der unterschiedlichen Nutzer verstehen, wissen, was im Land hinsichtlich Symboliken, Farbe, Redewendungen, Oberflächendesign und Formulierungen funktioniert und was nicht. Für eine fehlerfreie Lokalisierung fängt der Workflow daher bereits weit vor der eigentlichen Softwareübersetzung an. Dateiformate müssen auf Lokalisierbarkeit vorbereitet und getestet werden, Programmierungen, Codes und Strings müssen analysiert und ggf. geschützt werden, sollen sie auch nach der Übersetzung der Oberflächentexte weiterhin funktionieren.

Oberflächen- oder User Interface-Texte, die in bestimmten Displays auf Weboberflächen oder auch Fenstern im Rahmen der Cockpitkommunikation von Fahrzeugen oder Bedienungsfelder für Maschinen erscheinen sollen, sind hinsichtlich ihrer Lauflänge und Textlayouts im Vorfeld zu analysieren. So kann es bei Übersetzungen je nach Wortschatz, Grammatik und Satzbau der Sprachen zu signifikanten Veränderungen der Textlänge kommen. Folglich muss vorab der Lokalisierung in verschiedene Sprachen zunächst analysiert oder auch schon bei Erstellung des Ausgangstext berücksichtigt werden, ob sich längere Formulierungen überhaupt in die begrenzte Erscheinungsfläche überführen lassen. Folgende Auflistung zeigt die prozentuale Veränderung der Lauflänge einer Sprache im Vergleich zu Englisch als Ausgangsspache (Hinweis: (+)=Verlängerung; (-)= Verkürzung der Textlänge). Dabei kommen Verkürzungen meist durch Komposita oder weniger Pronomen zustande. Zudem ist auch die Textart entscheidend: Ein technischer, distanzierter Text kann für weniger Veränderung hinsichtlich der Lauflänge sorgen als ein (literarischer) Text, der auf mehr kulturelle Aspekte in der Zielsprache eingehen muss. Die folgende Darlegung lässt sich also nicht pauschalisieren.

  • Arabisch: 25% (+)
  • Dänisch: 10-15% (+)
  • Deutsch: 5-20% (-)
  • Finnisch: 20-30% (-)
  • Französisch:15-20% (+)
  • Griechisch: 5-10% (+)
  • Italienisch:15% (+)
  • Japanisch: 20-60 (+)
  • Kroatisch:15-20% (-)
  • Norwegisch: 5-10% (+)
  • Portugiesisch: 20-30% (-)
  • Rumänisch: 15-20%
  • Spanisch: 25% (-)
  • Schwedisch: 10 (+)
  • etc.

Auch das Textlayout, also Zeichebreite, Zeichenhöhe und Zeilenhöhe müssen beachtet werden, wenn Displaytexte übersetzt werden. Nicht immer ergeben Abkürzungen - bedingt auf die begrenzte Fläche - Sinn. So werden Arabische Wörter selten abgekürzt und wenn, geht häufig die Bedeutung verloren, werden sie doch aus sehr kompakten Wurzeln mit Präfixen, Suffixen und kleineren inneren Variationen gebildet, um eine exakte Bedeutung auszudrücken. Oftmals muss in solchen Fällen die komplette Formulierung geändert werden. Übersetzer arbeiten dafür meist bereits in vorgefertigten Displayfenstern um genau erkennen zu können, wie das Wort für den Anwender letztlich erscheint. Eine dafür wichtige Software ist WINCC von Siemens.

Fachübersetzung in anderen Bereichen

Exkurs: Fachübersetzung Chinesisch: Korrekte Texte für das Reich der Mitte

Übersetzungen ins Chinesische erfordern genaue Kenntnis der lokalen Anforderungen.

Hochchinesisch (auch Mandarin) ist die offizielle Sprache in der Volksrepublik China, in Taiwan (Republik China) sowie in Singapur. Tatsächlich ist Mandarin jedoch als nordchinesischer Dialekt nur für die Region um Peking bzw. für Nordchina typisch. Ähnlich wie im Deutschen, bei dem das beste Hochdeutsch aus Hannover stammt, wurde der Pekingdialekt als Standardsprache für China festgelegt. Chinesisch-Übersetzungen ausschließlich für Mandarin reichen jedoch oft nicht aus.

Aufgrund der geografischen Ausdehnung unterscheidet sich Chinesisch nicht nur im regionalen Sprachgebrauch, sondern auch durch regionaltypisch verwendete Schriftzeichen. Wussten Sie, dass sich in China sieben Hauptdialekte und bei den verwendeten Schriftzeichen die sogenannten Kurzzeichen (vereinfachtes Chinesisch) und Langzeichen (traditionelles Chinesisch) voneinander unterscheiden lassen? Der wohl bekannteste chinesische Dialekt ist Kantonesisch, der vor allem in Südchina sowie in Hongkong und Macao gesprochen wird. Die Dialekte können dabei teilweise als eigene Sprachen verstanden werden und wirken sich damit auch auf geschriebene Texte aus: Im Kantonesischen beispielsweise unterscheidet sich nicht nur die Schrift (Langzeichen) sondern auch der Sprachgebrauch (teilweise herrscht hier eine andere Grammatik und ein anderer Gebrauch von Wörtern in Texten vor etc.).

Zwischen geschriebener und gesprochener Sprache gibt es im Chinesischen einen größeren Unterschied als man das vom Deutschen kennt. Eine der Herausforderungen bei der Übersetzung ins Chinesische ist daher auch die adäquate Verwendung stilistischer Mittel, Ausdrucksformen oder auch Floskeln. Die richtige Stilebene zu treffen zwischen gehobener und einfacher Ausdrucksweise, je nach Adressat und Textsorte, stellt dabei eine der Hauptschwierigkeiten dar. Umgekehrt müssen auch Übersetzungen aus dem Chinesischen ins Deutsche an unsere Sprachgewohnheiten angepasst werden. Allzu blumige Formulierungen und die Verwendung zahlreicher Redewendungen oder Glückwünsche, wie es in chinesischer Geschäftskorrespondenz nicht unüblich ist, werden in der (chinesisch-deutschen) Übersetzung in der Regel einfach weggelassen.

Welche Variante der chinesischen Sprache für Sie die Richtige ist, hängt letztlich von den strategischen Zielen des Unternehmens ab: Welches Zielpublikum soll die Information erreichen? Für welchen Zielmarkt ist die chinesische Übersetzung bestimmt?

Chinesisch ist ein griffiges, anschauliches Beispiel, dieselben Fragestellungen gelten aber nicht nur für exotische, sondern auch für europäische Sprachen. Das Stichwort hier heißt schlichtweg: „Act global, think local“ – Sie bauen deutlich mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen gegenüber Ihrer Zielgruppe auf, wenn Sie einwandfrei in der jeweiligen Fremdsprache kommunizieren. Gut ist, wenn muttersprachliche Fachübersetzer, die mit Ausbildung im Fach- und Sachgebiet und wohnhaft im jeweiligen Zielmarkt über die lokalen Besonderheiten Bescheid wissen und darauf bei ihrer Arbeit dementsprechend eingehen können.

Literatur

Tillmann, E.T., Case Study zu WinCC. Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Illig & oneword GmbH. (2018)

Kern, S., Übersetzungen für das Reich der Mitte von oneword-Sinologin und -Terminologieexperten Sarah Kern. In: Technische Kommunikation 05/2014 (2014).

Berekoven, L. Internationales Marketing. (2013) ISBN: 978-3-409-30311-8

Meissner, HG., Strategisches Internationales Marketing. (2018) ISBN: 3-486-23456-0

Reineke, D., Einführung in die Softwarelokalisierung. (2005) ISBN: 3-8233-6156-2

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