SAP Migration - SAP Portierung

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aktualisiert am 19.02.2020 - 12:51:57
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Eine Migration oder Portierung ist in der Informationstechnik ein Umstellungsprozess in Datenverarbeitungssystemen. Bei der SAP Migration beschreibt man damit die Umstellung seines aktuellen Systems auf ein neues Major Release. (P)

Frage / Defintion: Was ist SAP Migration??
Auch oft gesucht: Portierung



gehört zu SAP Mit Migration ist kein Update oder eine Aktualisierung des Systems gemeint: Es handelt sich um einen grundlegenden Wechsel der Softwareinfrastruktur. Im Normalfall geschieht ein solcher Wechsel bei der Veröffentlichung neuer Produktgenerationen (Major Release).

Gründe für eine SAP Migration

Es gibt mehrere Beweggründe für Firmen, eine Migration trotz des verbundenen hohen Aufwands durchzuführen:

  • Alt-Systeme aktualisieren: Oft können Altsysteme neue Updates nicht mehr verarbeiten oder sind nicht mehr für diese ausgelegt, dazu kommt auch das der Support für Altsysteme auslaufen kann
  • Digitalisierung: Neue Releases bieten die Möglichkeit der Entwicklung und Digitalisierung, durch top-aktuelle Softwares, so können Unternehmen auch ihre Aktualität am Markt garantieren und können sich auch einen Wettbewerbsvorteil sichern
  • "Neu-Start“: Ein neues Release ist oft auch ein gegebener Zeitpunkt, um veraltete Datensätze zu bereinigen und seine Entwicklungen nach Aktualität zu sortieren

Migrationsstrategien für SAP ERP Systeme

Grundsätzlich unterscheidet man bei Migrationsprozessen zwischen zwei Ansätzen. Dem Greenfield oder dem Brownfield Ansatz, ähnlich wie bei dem Datenbank System HANA.

Bei der Greenfield-Methode werden keine bestehenden Systemeinstellungen übernommen, sondern die gesamte System-Landschaft wird vom Grundsatz her komplett neu aufgebaut und konfiguriert. Der Vorteil an der Greenfield Methode ist die Möglichkeit seine alten Strukturen zu verbessern und Innovations-Möglichkeiten gezielt anzuwenden.

Trotzdem präferieren Unternehmen meistens die Brownfield-Methode, bei der bestehende Datensysteme auf neue Systeme übertragen werden und Custom Codes und Einstellungen bestehen bleiben. Argumente dafür sind unter anderem das die IT-Teams sich nicht komplett umstellen müssen und alte Datensätze so auch nicht verloren gehen.

Es gibt auch die Variante beide Versionen miteinander zu kombinieren, so dass in einem Teil der IT-Infrastruktur die Greenfield-Methode und in einem anderen Teil die Brownfield-Methode angewandt wird.

Grundsätzlich sollte vor der Umstellung ein sogenannter Readiness-Check durchgeführt werden:

  1.  Datenaktualität – Ein neues Major Release ist für IT-Bereiche ideal, um grundsätzliche Datenbereinigungen durchzuführen, so können unter anderem Duplikate entfernt, Stammdaten bereinigt
  2. Custom Codes – Unternehmen passen im Regelfall ihre SAP-Landschaften über die SAP Standard Anwendung hinaus an, das bedeutet das Custom Codes und Eigenentwicklungen im Einsatz sind um gezielt auf individuelle Geschäftsprozesse angewendet zu werden. Diese Custom Codes sind ein wichtiger Bestand der IT-Landschaft, es muss genau gefiltert werden welche Custom Codes noch im Einsatz sind und welche eventuell mit neuen Upgrades im nächsten Release ersetzt werden können.
  3. Wahl zwischen Cloud/On-Premise/Hybrid-Systemen Die Wahl des bevorzugten Systems ist ausschlaggebend für die Migrationsstrategie
  4. Projektplanung Eine Migration ist sehr kostspielig und zeitaufwändig. Gegebenenfalls muss mit Partnern und Beratern vorgeplant werden, damit der Auswahl möglichst gering bleibt.
  5. Ausführen Die Ausführung des Projekts ist meistens der Zeitaufwändigste Punkt, je nach Wahl des Migrationsverfahrens und Systems

SAP S/4 HANA Migration

Bei dem aktuellen Major Release seitens SAP also S/4 HANA, gibt es die Möglichkeit entweder On-Premises, Hybrid oder Cloud-Systeme zu betreiben. Auch hier gilt wieder das Verfahren nach Greenfield oder Brownfield, allerdings ist bei S/4 zu beachten, dass sollte die Cloud oder Hybrid-Variante gewählt werden, eine Greenfield-Migration notwendig ist.

Herausforderungen bei Migrationsverfahren

Migrationsverfahren sind alles andere als einfach zu bewerkstelligen, was der Grund dafür ist, dass sie so viel Planung erfordern. Zu diesen Herausforderungen gehören unter anderem:

  • Kostenaufwand: Neue Lizenzen und eventuelle Abonnements bei Verwendung von Cloud-Speichern sind immer mit hohen Kosten verbunden, das Budget muss für die Umstrukturierung also richtig kalkuliert werden, weitere Kostenfallen können unter anderem Berater und Partnerfirmen sein welche bei dem Migrationsprozess unterstützen
  • Expertenwissen und Umschulung: Neue Systeme erfordern neues Wissen, durch Umstrukturierungen und erneuerte Systeme welche teilweise auch anders funktionieren. Entsprechend müssen angestellte IT-Ler richtig geschult sein und lernen mit der neuen Softwareumsetzung umzugehen.
  • Zeitaufwand: Je nach größer der IT-Infrastruktur kann ein Migrationsprozess ein monatelanger Planungs- und monatelanger Ausführungsprozess ein, besonders das Bereinigen von Daten und die Konvertierung zum richtigen Format nehmen eine Menge Zeit in Anspruch, in diesem Zeitraum können eventuell teile der Infrastruktur ausfallen, das Unternehmen muss in diesem Fall darauf vorbereitet sein.
  • Datenverlust: Welche Daten für das Unternehmen hoch relevant sind, lässt sich herausfiltern, doch auch bei weniger relevanten Daten kann es kritische Daten geben, diese richtig rauszufiltern ist wichtig, und durch den Greenfield-Approach bei Cloud-Migrationen und der entsprechenden Datenformatierung kann es immer wieder zum Verlust wichtiger Daten kommen.

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