Lean Management

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Letzter Autor: Götz Müller, , 5.473 Zeichen
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🎓 Übersetzt heißt Lean "einfach" oder "schlank". Daher geht es beim Lean Management um effizientes Handeln in der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu gehört die Prozessoptimierung, das Einsparen von Verschwendung und auch die Kundenorientierung.
Synonym(e): Prozessoptimierung, effiziente Wertschöpfungskette


Ursprung Lean Management

Das Lean Management stammt ursprünglich aus der Automobilbranche der 1980er und 90er Jahre, insbesondere Toyota. Dort wurden die Abläufe und Ergebnisse der Produktion untersucht und Maßnahmen eingeleitet, um die Produktion effizienter und qualitativer zu gestalten. Gleichzeitig sollten Kosten gespart und Verschwendungen in den Prozessen reduziert werden. Dieses Vorgehen wurde als Lean Production bezeichnet, später hat sich daraus das Lean Management entwickelt. Heute gibt es neben dem Lean Management zahlreiche Bereiche wie z.B. Lean Development, Lean Leadership oder Lean Administration.

Was ist Lean Management



Prinzipien des Lean Management

Lean Management bezieht sich nicht allein auf die Produktion - auch Personal und Kunden sind Teil davon. Durch eine effizientere Produktion arbeitet auch das Personal effizienter, die Mitarbeiter werden ihren Kompetenzen entsprechend eingesetzt und fördern das schlanke Arbeiten. Der Kunde freut sich, wenn durch Lean Management Kosten eingespart werden und die Qualität dabei steigt - denn oft bedeutet es für ihn ein günstigeres Produkt von höherer Qualität.

Kundenorientierung im Lean Management

Beim Lean Management ist die Ausrichtung an die Bedürfnisse des Kunden zentral. Durch die starke Kundenorientierung können Prozesse, Produkte und Dienstleistungen angepasst und verbessert werden. Nur wer weiß, welche Bedürfnisse der Kunde hat, kann seine Angebote und Verfahren dahingehend optimieren. Dabei wird eine kontinuierliche Verbesserung angestrebt. Um verbessern zu können, müssen zunächst aber einmal Probleme aufgedeckt werden. Dieses Vorgehen stößt oft auf Widerstand - sowohl bei Mitarbeitern als auch bei der Geschäftsführung - denn natürlich lässt man sich nicht gern sagen, dass man bei der täglichen Arbeit "Fehler" begeht.

Ein Weg, um Fehler zu vermeiden, ist die Schaffung von Arbeitsstandards, die wiederum für die Kunden ein erwartetes Qualitäts- und Wiederholversprechen ermöglichen. Arbeitsstandards entstehen dabei aber nicht von alleine, sondern sind die Resultate gezielter Unterweisungen, bspw. mit Hilfe der Job Instructions aus dem Training Within Industry.

Mitarbeiterorientierung im Lean Management

Damit Lean Management überhaupt erst funktionieren kann, sind die Mitarbeiter essentiell. Nur durch sie können effizientere Vorgehensweisen überhaupt angewendet werden, denn sie sind letztlich diejenigen, die an der Maschine stehen, im Austausch mit dem Kunden sind etc. Das wird oft vergessen, wenn Maßnahmen und Methoden des Lean Management angegangen werden. Oft sehen die Chefs nur das Wort "Kosteneinsparung" oder "Qualitätssteigerung" und preschen mit Scheuklappen durch das Unternehmen auf der Suche nach immer noch mehr Einsparungspotenzial. In solchen Fällen fehlt natürlich auch das nötige Einfühlungsvermögen, um den Mitarbeitern bewusst zu machen, warum schlankeres Arbeiten sinnvoll ist. Das, was beim Mitarbeiter in so einer Situation hängen bleibt, ist dann oftmals: "Hier und da hast du Fehler gemacht! Warum machst Du das nicht so? Du verschwendest Ressourcen..." - Klar, dass sich der Mitarbeiter dann sträubt und den Lean Management Methoden quer stellt.

Auch im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess als wichtigem Bestandteil von Lean Management ist die Einbeziehung der Mitarbeiter eine entscheidende Grundlage. Letztlich sind sie es, die tagtäglich in den Prozessen arbeiten, die Defizite kennen (oft sogar darunter leiden müssen) und deshalb auch die besten Maßnahmen kennen, um Probleme und Verschwendungen in den Prozessen zu beheben und vermeiden.

Methoden und Werkzeuge des Lean Management

Lean Management ist nicht nur ein Methoden- und Werkzeugkasten, sondern es liegen ihm nicht nur die genannten Prinzipien zugrunde und darüberhinaus auch eine Philosophie des Wirtschaftens, das sich am Akronym SQDCM orientiert. Die einzelnen Elemente sind dabei nicht nur in ihrer primären Bedeutung zu verstehen, sondern auch darüberhinaus auf alle Beteiligten Instanzen des Wertstroms zur Schaffung von Kundennutzen anzuwenden.

  1. S – Safety – Sicherheit im Sinne der Unversehrheit bezieht sich dabei nicht nur auf die körperliche Sicherheit der Menschen, sondern auf die psychische und psychologische Sicherheit der Menschen, ebenso wie die Sicherheit im Wirtschaften für alle beteiligten Organisationen und Ökologie der Umwelt.
  2. Q – Quality
  3. D – Delivery – Darunter wird nicht nur die schnelle, reibungslose und verschwendungsarme Bereitungsstellung der Leistung (Produkt oder Dienstleistung) verstanden, sondern auch deren Zuverlässigkeit im Sinn der Termintreue.
  4. C – Cost – Auch wenn die Kosten ein wichtiger Faktor sind, stellen sie in der Regel eine Folge der Verbesserung der Prozesse dar, die sich aus der Vermeidung von Verschwendungen praktisch automatisch ergeben.
  5. M – Morale