Ausbildungsmanagement

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🎓 Das Ausbildungsmanagement stellt die Gesamtheit der systematischen Planung und Durchführung aller Aufgaben dar, die sich in der betrieblichen Ausbildung innerhalb einer Organisation ergeben.

Wesentliche Bestandteile des Ausbildungsmanagements sind die Gewinnung, die Auswahl, die Entwicklung und die Bindung von Auszubildenden, Dual Studierenden, Praktikant:innen oder Trainees (im Folgenden Nachwuchskräfte genannt).

Im Fokus des Ausbildungsmanagements stehen die Organisation der Berufsausbildung, die Auswahl nach Eignung der Nachwuchskräfte, gesteuerte Lernprozesse und die Begleitung zum erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung bzw. des Dualen Studiums.

Das Ausbildungsmarketing steht hier dem Ausbildungscontrolling entgegen. Ersteres beinhaltet die Ansprache und Begeisterung von potenziellen Nachwuchskräften, während das Controlling Aussagen darüber liefert, wie effektiv und effizient die praktische Ausbildung im Unternehmen verläuft. / Definition

Synonym(e): Azubimanagement, Management der betrieblichen Erstausbildung


Anforderungen für zukunftsorientiertes Ausbildungsmanagement

Gutes Ausbildungsmanagement ist abhängig von der Qualifikation der Ausbilder:innen, den aktuellen Lehr- und Lernformen und einer guten Verknüpfung von Unternehmen und offiziellen Bildungseinrichtungen. In der Praxis bedeutet das eine möglichst gute Abstimmung der offiziellen Ausbildungsrahmenpläne auf die praktischen Inhalte in der Organisation und zudem eine Vereinheitlichung eben dieser Rahmenpläne.

Das betriebliche Ausbildungsmanagement ist aufgrund sich stetig verändernden ökologischer, ökonomischer und politischer Bedingungen einem stetigen Wandel unterzogen. In Zukunft nehmen sowohl selbstständiges Handeln als auch Kooperationsfähigkeit einen wachsenden Stellenwert in der Berufsausbildung ein. In der heutigen Zeit stellen die Ausbilder:innen nicht mehr lediglich die Rolle von unterweisenden Wissensvermittler:innen dar, sondern stehen den Nachwuchskräften (Auszubildenden, Dual Studierenden, Praktikant:innen, Trainees) als Lernbegleiter:innen zur Seite. Die personellen und zeitlichen Ressourcen müssen effizient genutzt werden, um die angestrebten Inhalte systematisch und nachhaltig vermitteln zu können, die Abteilungen zu delegieren und den Nachwuchskräften motivierend zur Seite zu stehen.

Praktische und theoretische Teile der Berufsausbildung müssen sinnvoll miteinander verknüpft werden.

Lernziele in der Berufsausbildung

Lernziele in der Berufsausbildung unterliegen einem stetigen Wandel und müssen kontinuierlich auf ihre Aktualität überprüft werden. Grundsätzlich beschreiben Lernziele das angestrebte Endverhalten nach einem Ausbildungseinheit.

Ziel der Ausbildung ist jedoch nicht mehr lediglich die Vermittlung von Wissen, welches die Ausführung der Tätigkeiten ermöglicht. Es soll eine allgemeine Befähigung für den Arbeitsmarkt vermittelt und eine Übernahme in den Lehrbetrieb vorbereitet werden.

Objektiv messbare Lernziele dienen während der gesamten Ausbildung zur Kontrolle der Fortschritte und helfen eine fundierte Aussage über die Fähigkeiten einer Nachwuchskraft zu treffen. Die Lernziele können sowohl selbst- als auch fremdgesteuert erreicht werden.

Lernziele unterscheiden sich in Richtlernziele, Groblernziele und Feinlernziele. Die ersten beiden Zielwerte sind im Ausbildungsrahmenplan enthalten. Richtlernziele geben das Fachgebiet an, aus dem die Nachwuchskraft ihr Wissen schöpfen soll und bilden die Grundlage, auf der die Groblernziele definiert werden. Diese werden konkreter formuliert und nehmen Bezug auf zu erlernende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse. Aus diesen lassen sich eindeutig zu definierende und operationalisierte Feinlernziele ableiten, welche sich konkret auf eine Situation, einen Lerngegenstand oder ein Verhalten beziehen. Das gewünschte Endverhalten muss sachlich und fachlich korrekt, in einem terminierten Zeitraum erfolgen und von der Nachwuchskraft selbstständig durchgeführt werden. Ein korrekt definiertes Feinlernziel ist sowohl für die durchführende Person als auch für Außenstehende kontrollierbar.

Bespiele für die verschiedenen Lernziele:

  • Richtlernziel: Industrielles Rechnungswesen kennen
  • Groblernziel: Die Anwendung der doppelten Buchführung beherrschen
  • Feinlernziel: Die Nachwuchskraft eröffnet selbständig innerhalb von 10 Minuten sachlich und fachlich korrekt ein Bestandskonto

Am Ende der Berufsausbildung sollen die in Summe erreichten Lernziele eine allgemeine Befähigung auf dem Arbeitsmarkt bilden. Um ein möglichst allumfassendes Bild für den Beruf und ein Verständnis für die Branche zu vermitteln, durchläuft der Auszubildende in der Regel alle Abteilungen eines Unternehmens. Während einer kaufmännischen Ausbildung, wird die Nachwuchskraft also beispielsweise auch in der Produktion oder in das Lager eingearbeitet.

Digitales Ausbildungsmanagement

Im Zuge der Digitalisierung unterliegt auch das Ausbildungsmanagement einem stetigen Wandel. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung, steigen auch die Anforderungen an digitale Lösungen für qualitatives Ausbildungsmanagement. Die Verwaltung von Stammdaten wird durch den Einsatz von digitalen Ausbildungsplattformen erleichtert. Daten wie Ausbildungsgänge-, und Stätten, Berufsschulen, Verantwortliche und Lerneinheiten einzelner Nachwuchskräfte sollen schnell und einfach für alle Beteiligten zugänglich sein. Zudem wird ebenfalls digital festgehalten, welche Nachwuchskraft zu welchen Zeiten die Berufsschule besucht.

Digitales Ausbildungsmanagement führt zu einer erhöhten Effizienz im Ausbildungsbetrieb und schafft Übersichtlichkeit. Digitale Ausbildungsplattformen integrieren beispielsweise:

  • Individuelle Einsatz- und Belegungspläne
  • Nutzer Profile
  • Lernziele- und Orte
  • Digitale Berichtshefte
  • Beurteilungen und Feedbackbögen
  • Online Tests
  • Nachrichtensysteme
  • Auswertungen, Reportings (z.B. Entwicklungskurven abbilden)


Neben diesen Funktionen lassen sich noch viele weitere Bereiche digital abbilden und helfen, die betriebliche Ausbildung strukturierter und besser zu gestalten. Auf Seiten der Ausbilder:innen und auch der Auszubildenden wird mehr Übersicht geschaffen. Durch digitale Einsatzpläne, wird beispielsweise festgehalten und sichergestellt, dass eine Nachwuchskraft jede Station in einem Betrieb durchläuft, die seine Ausbildung beinhaltet. Zudem sind alle Dokumente und Formulare zentral gesammelt und jederzeit von allen beteiligten Personen einsichtbar.

Digitales Ausbildungsmanagement unterstützt somit auch das Erreichen der Lernziele, indem es konkret auf die Einhaltung der Rahmenbedingungen abgestimmt ist.

Digitale Ausbildungsmanagement Plattformen

  • APPRENTIO strukturiert und vereinfacht alle wichtigen Ausbildungsprozesse in einer Organisation. Nutzer:innen steuern und steigern die Ausbildungsqualität und schaffen eine kontinuierliche Verbesserung. Als digitale Ausbildungsplattform kann APPRENTIO in jeder ausbildenden Organisation eingesetzt einfach und ohne Installation werden.
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