Terminologiemanagement

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Letzter Bearbeiter/Autor dieser Wiki-Seite 'Terminologiemanagement': Angela Krolo (induux-Profil)
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Was ist Terminologiemanagement? Definition:

Unter Terminologiemanagement versteht man das Zusammentragen und Organisieren von Fachwörtern und unternehmensspezifischen Eigenbegriffen mit dem Ziel, eine einheitliche Verwendung der Benennungen, Transparenz und eine konsistente Schreibweise sicherzustellen.

Auch oft gesucht: Corporate Language



Grundlagen

Jedes Unternehmen nutzt eine spezielle Terminologie, die an die Branche und/oder die Zielgruppe angepasst ist. Sie ist Teil der Corporate Language eines Unternehmens und ist in nahezu jedem Betrieb zu finden: beispielsweise in Dokumenten, auf der Firmenwebsite oder in Datenbanken. Terminologiearbeit umfasst die Planung, Definition, Bearbeitung, Festlegung, Verbreitung, Verwaltung und Pflege solcher unternehmensspezifischer Begriffe. Diese Termini können sich entweder auf Fachbegriffe oder aber auch auf firmenspezifische Benennungen beziehen. Agiert ein Unternehmen auf dem internationalen Markt, ist es zudem sinnvoll den Unternehmenswortschatz von qualifizierten Fachübersetzern in die Fremdsprache übertragen zu lassen. In solchen Fällen umfasst Terminologiemanagement auch die Erstellung und Verwaltung einer mehrsprachigen Terminologie.

Je nach Branche und Spezialisierung kann dieser Fachwortschatz eines Unternehmens sehr umfangreich sein. Daher erfordert Terminologiearbeit – insbesondere in der Anfangsphase – viel Zeit und personelle Ressourcen. Denn eine gründliche Recherche und Sorgfalt sind zweifelsohne notwendig, um uneinheitliche Benennungen und Fachbegriffe auszumerzen, sodass zu jeder Zeit und in jedem Kontext der richtige Terminus verwendet wird.

Terminologiemanagement intern oder extern?

Auf dem Weg zu einer einheitlichen Unternehmensterminologie stellt sich häufig die Frage, ob ein solch zeitintensiver Prozess inhouse geleistet werden kann, oder ob es vorteilhafter ist, einzelne Schritte oder gar die gesamte Terminologiearbeit auszulagern und sich professionelle Unterstützung von einem externen Dienstleister einzuholen.

Abhängig von der Größe und den personellen Ressourcen eines Unternehmens muss diese Frage differenziert betrachtet werden: Ist das fachliche und technische Know-how, das für ein umfangreiches und erfolgreiches Terminologiemanagement essentiell ist, im Unternehmen vorhanden? Können Mitarbeiter von ihrem jetzigen Aufgabenfeld problemlos abgezogen, beziehungsweise kann dieses noch erweitert werden? Verfügt das Unternehmen bereits über Terminologie-Tools zur Datenverwaltung, oder müssen diese erst kostenaufwendig angeschafft werden?

Sind diese Voraussetzungen in einem Betrieb nicht gegeben, ist es meist effektiver und damit auch kostengünstiger, das Terminologiemanagement aus dem Unternehmen auszugliedern. Viele Sprachdienstleister sind auf Terminologiearbeit spezialisiert und bieten individuelle Lösungen, die auf die Bedürfnisse und Ansprüche des Kunden zugeschnitten sind. So können Unternehmen beispielsweise durch Terminologieworkshops an eine eigenständige Terminologieerstellung – an die Methoden und Techniken – herangeführt werden. Oder aber es werden nur einzelne Schritte, wie zum Beispiel die „Terminologieübersetzung“, die Übertragung der Termini in Fremdsprachen, an externe Dienstleister ausgelagert.

Gerade bei der Erstellung und Verwaltung einer mehrsprachigen Terminologie ist der Einsatz eines Spezialisten unabdingbar. Denn für die Überprüfung und Erstellung von fremdsprachlichen Äquivalenten ist umfassendes sprachliches Know-how gefragt: Kenntnisse der Eigenheiten einer Sprache, der kulturellen Hintergründe des Ziellandes sowie der jeweiligen marktspezifischen Gegebenheiten sind hier für eine effektive und erfolgreiche Terminologiearbeit entscheidend. Dies kann auch in größeren Unternehmen oftmals nicht mehr inhouse geleistet werden; insbesondere, wenn der Unternehmenswortschatz gleich in mehrere Fremdsprachen übertragen werden soll.

Vorteile Corporate Language Management
Vorteile eines professionellen Terminologiemanagements durch einen Language Service Provider

Vorteile einheitlicher Terminologie

Verbesserung der internen und externen Kommunikation:

Es entstehen weniger Missverständnisse aufgrund unverständlicher Benennungen und Falschbestellungen, zeitaufwendiger Klärungsbedarf zwischen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten werden vermieden. Neue Mitarbeiter arbeiten sich zudem schneller ein.

Beschleunigung der Texterstellung:

Die Recherche nach Benennungen gestaltet sich einfacher, sodass der Zeitaufwand für die Texterstellung stark reduziert werden kann. Zudem werden nachträgliche Anpassungen durch eine einheitliche Terminologie vermieden und Dokumente wie Ersatzteilkataloge, Indizes und Stücklisten können schneller zusammengestellt werden.

Reduzierung von Übersetzungskosten:

Einheitliche Benennungen erhöhen die Match-Rate im Translation-Memory-System und verringern dadurch die Bearbeitungszeit für Übersetzungen. Übersetzungsfehler oder inkonsistente Übersetzungen von Terminologie und damit weitere Korrekturschleifen werden vermieden.

Bessere Verständlichkeit von Texten:

Leser verstehen leichter, was gemeint ist, wenn Termini einheitlich verwendet werden und Texte können zügiger nach Keywords durchsucht werden. Dadurch sind die Texte auch später noch schnell auffindbar und können damit besser wiederverwendet werden.

Stärkung der Corporate Identity:

Eine konsistente Terminologie spielt vor allem bei Produktnamen eine wichtige Rolle. Diese sowie auch andere firmenspezifische Benennungen sind Teil der Corporate Identity und damit entscheidend für eine positive Außendarstellung eines Unternehmens.

So funktioniert das Terminologiemanagement.

Terminologiearbeit – Vorgehen und Tools

Literatur

Schmitz, Klaus-Dirk; Straub, Daniela: Erfolgreiches Terminologiemanagement im Unternehmen. Praxishilfe und Leitfaden: Grundlagen, Umsetzung, Kosten-Nutzen-Analyse, Systemübersicht. TC and more GmbH, 2010. – ISBN 978-3-9812683-1-7

Drewer, Petra; Pulitano, Donatella; Schmitz, Klaus-Dirk: Terminologiearbeit - Best Practices 2.0. 2. Auflage. Köln: Deutscher Terminologie-Tag, 2014. – ISBN 978-3-9812245-8-0

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