Radialventilator

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Alles über Radialventilatoren ✓ Einsatzgebiete ✓ Aufbau ✓ Vor- und Nachteile und Funktion

Radialventilatoren werden eingesetzt, wenn größere Druckerhöhungen stattfinden. Damit unterscheiden sich Radialventilatoren in diesem Punkt hauptsächlich von Axialventilatoren. Radiale Ventilatoren erreichen per Zentrifugaleffekt hohe Drücke, wobei der Luftstrom gebündelt und in Richtung gepresst ausgeleitet wird. Sie sind in der Industrie der Lüftungstechnik zuzuordnen.
Synonym(e): Ventilatoren radial, Zentrifugalventilatoren, Radiallüfter


Radialventilator
Nahaufnahme eines Radialventilators.Quelle: ebm-papst

Einsatz & Funktion

Ihren Einsatz finden Radialventilatoren, wenn im Gegensatz zu Axialventilatoren (siehe auch Hersteller Axialventilatoren) größere Druckerhöhungen bei gleicher Luftmenge vorhanden sind. Für private Haushalte sind dies bspw. Dunstabzugshauben bzw. raumlufftechnische Anlagen. In der Industrie werden sie bspw. in der Fahrzeug- und Medizintechnik eingesetzt.

Die Luft wird parallel zur Antriebsachse (axial) angesaugt, um 90° gelenkt und radial ausgeblasen - daher der Name des Ventilators. Unterscheidungen der Laufräder werden wie folgt vorgenommen:

  • rückwärts gekrümmte Schaufeln: Radialventilatoren mit rückwärts gekrümmten Schaufeln sind vor allem für hohe Drücke/Wirkungsgrade geeignet. Sie halten hohe mechanische Anforderungen aus und sind auch im Bereich mobile Anwendungen (z. B. bei Zügen) einsetzbar.
  • gerade Schaufeln (Sonderzwecke)
  • vorwärts gekrümmte Schaufeln (geringe Drücke/Wirkungsgrade)

Radialventilatoren werden unter anderem zur Kühlung, Belüftung und Entfeuchtung von Industrieanlagen oder Fahrzeugen eingesetzt. So finden sie z. B. in Klimaanlagen Anwendung. Außerdem können mit dieser Art von Ventilatoren Gase, Staub oder Dampf abgesaugt werden.

Aufbau und Antrieb

Radialventilatoren werden entweder einseitig oder beidseitig ansaugend angetrieben sowie mit oder ohne Gehäuse. Es gibt sie in vielen verschiedenen Bauformen und Ausführungen (Mitteldruckventilator, Hochdruckventilator, Hochdruckgebläse, Niederdruckventilator, ...). Bei besonders hohen Luftgeschwindigkeiten kommen Hochdruck-Radialventilatoren zum Einsatz. Diese werden z. B. zur Reinigung von Anlagen und Geräten verwendet.

Gehäuse

Radialventilator im Einsatz - von Agronema
  • schneckenförmiges Gehäuse: Luft wird in der Regel an einem Rohrstutzen oder Flansch ausgeblasen
  • ohne schnecken-/spiralförmiges Gehäuse: Bei der Ausführung ohne Spiralgehäuse wird die Luft durch eine passende Gehäuseausführung ausgeblasen (radiales Ausblasen aus Radiallaufrad)

Riemenantrieb/Riemengetriebe und Motoren

Radialventilatoren gibt es außerdem mit verschiedenen Antriebsarten wie Treibriemen und Motoren. Sie werden unter anderem über einen Außenläufermotor, Normmotor oder Flanschmotor angetrieben. Je nach Anwendung und Einsatzgebiet unterscheiden sich die Materialien von Radialventilatoren - sie werden aus Stahl, Kunststoff oder Edelstahl gefertigt.

Vorteile und Nachteile

Radialventilatoren besitzen viele Vorteile und werden für die unterschiedlichsten Anforderungen erzeugt:

  • kompakte Bausweisen möglich
  • einheitliche Baureihen umsetzbar
  • leichte Handhabbarkeit und Bedienung
  • gute Einsatzmöglichkeiten im industriellen Umfeld
  • hoher Druckaufbau (bei Niederdruck und Mitteldruck werden deshalb vor allem Axialventilatoren genutzt)
  • effizient und langlebig

Ein Nachteil ist, dass Radialventilatoren für private Zwecke oftmals unhandlich sind. Außerdem benötigt man häufig große Flächen für Montage und Aufstellung der Geräte. Reinigung und Wartung von Radialventilatoren sollte nur von Fachkräften durchgeführt werden.

Angrenzende Themen: Luftwiderstand

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