Hygieneinspektion

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induux international
aktualisiert am: 13.05.2020 - 13:24:49
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In hygienesensiblen Bereichen schreiben Gesetzgeber und Berufsgenossenschaften regelmäßige Hygieneinspektionen vor.

Frage/Definition: Was ist/sind Hygieneinspektion?
Auch oft gesucht: Richtlinien, Normen, VDI 6022


Hygieneinspektionen von RLT-Anlagen nach VDI 6022

Was ist eigentlich VDI 6022?


Ein gutes Raumklima und eine hygienisch einwandfreie Atemluft sind unerlässlich, um die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden nicht zu beeinträchtigen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jeden verantwortungsvollen Betreiber von raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen). Um sicherzustellen, dass von der Raumlufttechnik zu keiner Zeit gesundheitsschädliche Risiken oder Geruchsbelästigungen ausgehen, müssen Klima- und Lüftungssysteme einer regelmäßigen Inspektion unterzogen werden. Die Normenreihe VDI 6022 macht die regelmäßige Inspektion von Klima- und Lüftungsanlagen zur Pflicht. Im Produktionsbereich ist sie ebenfalls für die Qualität der Prozesszu- und –abluft wichtig.

Wer trägt die Verantwortung?

Verantwortlich für den hygienisch einwandfreien Betrieb und für die Instandhaltung ist der Betreiber. Die Mindestanforderung: Die in den Raum abgegebene Luft darf nicht schlechter sein als die von der RLT-Anlage angesaugte Luft. Die Pflicht zur Hygieneinspektion nach VDI 6022 gilt für

  • Räume und Aufenthaltsbereiche, in denen sich Personen mehr als 30 Tage pro Jahr oder regelmäßig mehr als zwei Stunden täglich aufhalten.
  • alle RLT-Anlagen und Geräte, deren Komponenten die Zuluftqualität beeinflussen – das gilt auch für Aggregate wie z.B. Rückkühlwerke.
  • Abluftanlagen, wenn diese die Zuluftqualität durch Umluft beeinflussen.

Wie häufig müssen RLT-Anlagen kontrolliert werden?

Bei den Inspektionen unterscheidet man zwischen der Hygiene-Erstinspektion und der Wiederholungsinspektion (Hygieneinspektion).

Für beide gilt: Sie müssen von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.

Die Erstinspektion ist nicht nur bei Neuanlagen vorgeschrieben, sondern auch bei wesentlichen Änderungen an der RLT-Anlage. Empfohlen wird sie zudem bei einem Betreiberwechsel. Bei der Erstinspektion werden u.a. die Inhalte und Probeentnahmeorte für die Hygienekontrollen und -inspektionen festgelegt. Für die wiederkehrenden Hygieneinspektionen gelten folgende Intervalle:

  • Anlagen mit Luftbefeuchtung: alle 2 Jahre
  • Nasse Rückkühlwerke für RLT-Anlagen: alle 2 Jahre
  • Anlagen ohne Luftbefeuchtung: alle 3 Jahre
  • Dezentrale RLT-Geräte (z.B. Split-Geräte): alle 3 Jahre

Hygieneinspektion – Pflicht und Chance zugleich

Mit der regelmäßigen Hygieneinspektion Ihrer RLT-Anlagen erfüllen Sie nicht nur eine gesetzliche Pflicht. Sie bringt Ihnen auch klare Vorteile:

  • Sie sichern Gesundheit, Leistungsbereitschaft und Motivation der Mitarbeiter.

Bei Haftungsfragen können Sie die Einhaltung gesetzlicher Grundlagen und den Betrieb nach dem Stand der Technik nachweisen.

  • Die Hygieneinspektion ist ein Baustein der Qualitätssicherung.
  • Sie erkennen Mängel rechtzeitig und können sie beheben.
  • Eine von Wartung und Instandhaltung unabhängige Kontrolle durch die Hygieneinspektion garantiert einen objektiven Befund (nach VDI 6022 wird dies empfohlen).
  • Durch die rechtzeitige Einleitung notwendiger Maßnahmen sparen Sie langfristig Geld.

Trinkwasseruntersuchung nach TrinkV2011

Trinkwasserverordnung

Der Bundesrat hat am 20. Dezember 2019 der vierten Änderung der Trinkwasserverordnung zugestimmt, die am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist. ­„Wasser für den menschlichen Gebrauch“ wird in der TrinkwV  als „Trinkwasser“ und „Wasser, das in Lebensmittel­be­trieben verwendet wird“ definiert. Dabei sind Herkunft, Aggregatzustand und Bereit­stel­lung völlig gleichgültig. Ziel ist es, eine nachteilige ge­sund­­­heitliche Beeinträchtigung durch verunreinigtes Wasser für Men­schen auszuschließen. Um dies zu gewährleisten, ist der Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Wasserversorgung für die regel­mä­ßige Überprüfung zum Beispiel der definierten mikro­bio­logischen, chemischen und radiologischen Parameter verantwortlich.

Geltungsbereich

Die gesetzlich definierten Grenzwerte und Anforderungen gelten ab dem Austritt des Wassers an einer Zapfstelle, die sich in einer Trinkwasserinstallation befindet und der Entnahme von Trinkwasser dient.

Untersuchungspflicht

Eine Untersuchungspflicht besteht, bei

  • Zentralen Wassergewinnungsanlagen, bei Abgabe von mindestens 10 m3 Trinkwasser oder Abgabe an mindestens 50 Personen
  • Dezentralen, kleinen Wasserwerken mit weniger als 10 m3 Trinkwasser oder gewerblicher oder öffentlicher Nutzung

Eine Untersuchungspflicht besteht weiter für Installationen aus denen Trinkwasser gewerblich oder öffentlich abgegeben wird, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers (z. B. in Du­schen) kommen kann oder in denen sich Großanlagen zur Trinkwassererwärmung befinden.

Unternehmer und sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage

Als öffentliche Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung gelten z. B. Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Hotels und Pflegeheime. Gewerbliche Betreiber sind unter anderem Besitzer/Vermieter von Mehrfamilienhäusern, Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen.

Untersuchungshäufigkeit: Zwischen einem und drei Jahre

Die Unter­suchungs­häufig­keit für die systemische Unter­suchung auf Legionellen hat der Ge­setz­­geber für gewerbliche, aber nicht öffentliche Tätigkeiten (z. B. Vermietung von Wohnungen) auf drei Jahre festgelegt. Für öffent­liche Anlagen bleibt die jährliche Untersuchungspflicht. Die Un­ter­suchung muss durch ein akkreditiertes und von den Bun­des­ländern gelis­te­tes Labor (Untersuchungsstelle) durchgeführt werden. Für Risiko­bereiche sind Verlän­ger­ungen der Unter­suchungs­intervalle durch das Gesund­heitsamt möglich. Voraussetzung ist der Nachweis der Einhaltung der angewandten Regeln der Technik und Be­fun­de von mindestens drei jähr­lichen Unter­such­ungen ohne Be­an­stan­dung. Die Ergebnisse der Unter­suchung müssen dem Ge­sund­­heitsamt nur noch auf Verlangen vorgelegt und mindes­tens 10 Jahre auf­bewahrt werden.

Brandlastinspektionen in Großküchen gemäß VDI 2052 und DGUV Regel 110-003

Die Inspektion und Reinigung von Lüftungsanlagen in gewerblichen Küchen ist als Stand der Technik durch die zuständige Berufsgenossenschaft und in VDI-Richtlinien geregelt. Seit 2006 gelten neue Turni für diesen Bereich.

Das Berufsgenossenschaftliche Regelwerk DGUV Regel 110-003 „Branche Küchenbetriebe" und die VDI-Richtlinie 2052 „Raumlufttechnische Anlagen für Küchen" legen folgende Intervalle fest:

  • Tägliche Prüfung des Verschmutzungsgrades der Lüftungshauben und ihrer Komponenten
  • Monatliche Prüfung des Verschmutzungsgrades der Lüftungsdecken (insbesondere des Deckendruckraumes) und ihrer Komponenten
  • Falls erforderlich: Reinigung der Lüftungshauben bzw. der Lüftungsdecke
  • Einrichtungen der Abluftanlage (z. B. Abluftleitungen, Ventilatoren, Aggregatkammern) sind mindestens halbjährlich zu prüfen und bei Bedarf zu reinigen
  • Inspektionen und Reinigungen sind zu dokumentieren

Viele Versicherungen und Berufsgenossenschaften prüfen im Ernstfall vor Erstattungszahlungen, ob der aktuelle Stand der Technik eingehalten wurde - ganz gleich, ob es sich um Sachschäden oder um Personenschäden handelt.

Lebensmittelhygiene-Checks

Die grundlegenden allgemeinen und spezifischen hygienischen Anforderungen an das Herstellen, Behandeln und in den Verkehr bringen von Lebensmitteln, darunter auch in Verkaufsräumen des Einzelhandels, sind in der EU- Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene und der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 mit spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs geregelt.

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