Druckluftmotor: Definition, Aufbau, Funktion, Vorteile, Hersteller

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🎓 Der Druckluftmotor ist eine Antriebstechnik und zählt zu den pneumatischen Antrieben. Druckluftmotoren wandeln Druckluft in mechanische Bewegungen um und führen rotierende Bewegungen aus.
Synonym(e): Pneumatik-Motor, Pneumatikmotor, Pressluftmotor, Luftmotor, Lamellenmotor, Drucklluftlamellenmotor


In der Pneumatik gibt es verschiedene Möglichkeiten der Antriebstechnik. Dazu zählen der Pneumatikzylinder, der pneumatische Muskel und der Druckluftmotor. Der Druckluftmotor wird in diesem Artikel näher erklärt. Andere Bezeichnungen des Druckluftmotors sind z.B. Pneumatikmotor, Pressluftmotor, Luftmotor oder Lamellenmotor.

Aufbau und Funktionsweise Druckluftmotor

Aufbau eines Lamellenmotors

Der typische Pneumatik-Motor ist der Druckluft-Lamellenmotor (kurz: Lamellenmotor). Der Lamellenmotor besteht aus folgenden Bauteilen:

  • Stator: Der Stator (im Video dunkelgrau) ist das Gehäuse, in dem sich der eigentliche Motor befindet. Am Stator befinden sich Lufteinlässe und Luftauslässe, durch die Druckluft in das Gehäuse eingeschleust beziehungsweise abgeführt wird. Der Stator bewegt sich nicht.
  • Rotor: Der Rotor (im Video hellgrau) befindet sich im Stator. An ihm sind Lamellen (im Video dunkelblau) befestigt. Der Rotor dreht sich.

Doch wie funktioniert ein Druckluftmotor? Schon während der Motor stillsteht, drückt die Druckluft gegen die Lamellen. Fängt der Rotor an zu rotieren, steigt die Drehzahl und die Lamellen werden aufgrund der Fliehkraft an das Zylinder Gehäuse gedrückt. Dadurch verändert sich die Größe der Zwischenräume zwischen Lamellen, Rotor und Stator. An dem Punkt, an dem neue Druckluft ins Gehäuse eintritt, ist dieser Zwischenraum am geringsten. Dort, wo Luftauslässe am Stator angebracht sind, ist der Zwischenraum am größten und die Druckluft kann entweichen. Druckluftmotoren können in beide Drehrichtungen gesteuert werden.

Die Druckluftmotoren gibt es auch mit Planetengetriebe oder Schneckengetriebe. Der Motor mit Planetengetriebe besitzt eine hohe Laufruhe, ist kompakt und leicht. Dagegen ist es beim Motor mit Schneckengetriebe möglich, den Motor kompatibel an Maschinen anzubauen. Mit anderen Getriebetypen würde das nicht funktionieren.

Neben dem Lamellenmotor ist die andere typische Form eines Drucklufmotors der Gasexpansionsmotor. Er wird oft auch als Pressluftmotor bezeichnet und zählt zu den Kolbenmaschinen. Ein unter Hochdruck stehendes Gas (z.B. Kohlendioxid) stellt dabei das Arbeitsmedium dar.

Vorteile Druckluftmotoren

  • Einfacher Aufbau: Da der Lamellenmotor aus wenigen Bauteilen besteht, ist er wartungsarm, sehr robust und langlebig.
  • Kompakte Bauweise: sehr gutes Gewichts-Leistungsverhältnis
  • Hohe Leistungsdichte / hohes Drehmoment: Ein Pneumatik-Motor ist - verglichen mit einem Elektromotor - leichter und kleiner, bei gleicher Leistung.
  • Entwicklung des Höchst-Drehmoment bereits beim Anlauf.
  • Keine Überlastungsgefahr: Der Lamellenmotor kann nicht überhitzen.
  • Keine Explosionsgefahr: Pneumatik-Motoren eignen sich daher besonders für Anwendungen in der chemischen Industrie, im Bergbau oder bei Lackier-Prozessen.
  • Keine Empfindlichkeit: Der Lamellenmotor ist unempfindlich gegenüber Staub, Hitze, Wasser, Vibration und elektrischen Störungen.
  • Steuerung: Druckluftmotoren sind umsteuerbar (beide Drehrichtungen möglich), auch Drehzahl und Drehmoment lassen isch leicht steuern.

Anwendungsbereiche Druckluftmotoren

Hier ein paar Beispiele wo Druckluftmotoren eingesetzt werden können:

  • bei Druckluftwerkzeugen
  • zum Bewegen von Drehleitern
  • im Untertagebau
  • im Maschinenbau
  • Schiffbau
  • unter Wasser
  • Druckmaschinen
  • Rührwerke
  • Robotik

Druckluftmotoren Hersteller

sind z.B. BIBUS, DEPRAG, GOMA, MANNESMANN DEBAG, Reuss, Timmer