Induktives Löten

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Letzter Autor: induux Redaktion

Induktives Löten ist ein Fügeverfahren mittels Induktionslötanlagen um verschiedene Metalle miteinander zu verbinden. Durch elektromagnetische Induktion wird beim induktiven Löten Wärme erzeugt, wodurch das verwendete Verbindungsmaterial schmilzt und beim Erkalten mehrere Werkstücke miteinander verbindet.
Synonym(e): Induktionslöten,


induktives Löten / Induktionslöten
Induktionslötanlage zum Induktionslöten von Hydraulikrohren. Quelle: Steremat

Induktives Löten, auch als Induktionslöten bezeichnet, bietet im Vergleich mit dem Löten mit Ofen und Flamme zahlreiche Vorteile. Insbesondere die Erwärmungsgeschwindigkeit des Werkstücks ist dabei signifikant schneller als beim Löten mit anderen Technologien. Grund dafür ist, dass bei der Induktion nicht nur die Oberfläche des Werkstücks erhitzt wird, sondern die Hitze in das gesamte Volumen eindringt. Relation: 1 : 200 : 1000 ( Ofen, Flamme , Induktion )

Erwärmungsgeschwindigkeit
Ofen Flamme Induktion
Relation 1 200 1000

Induktives Löten bietet hervorragende Voraussetzungen für die Serienfertigung, da der Vorgang einfach zu automatisieren ist. Das Verfahren wird daher gerne eingesetzt wenn eine große Reproduzierbarkeit benötigt wird.

Gute Generatoren bieten die Möglichkeit beim induktiven Löten nach Leistung, Elektrischer Strom oder Temperatur zu regeln und sichern eine schnelle und sichere Erwärmung. Dabei kann individuell nach Prozess auf die Anforderungen und externen Einflüsse eingegangen werden. Beim induktiven Löten wird die Wärme kontrolliert nur an exakten Stellen erzeugt. Dadurch eignet sich das Verfahren auch für schwer zugängliche Stellen, an denen eine sichere Lötverbindung benötigt wird.

Funktionsweise

Anhand eines Induktionsgenerators fließt Wechselstrom durch einen Induktor. Von diesem wird dabei ein magnetisches Wechselfeld erzeugt. Durch das Wechselfeld werden im zu erwärmenden Werkstück elektromagnetische Wirbelströme ausgelöst, die zusammen mit dem elektrischen Widerstand des Materials erhitzen. Der Induktor erhitzt präzise nur eine Lötstelle.

Verschiedene Verfahren des induktiven Lötens

Um Werkstoffe stoffschlüssig miteinander zu verbinden, können sowohl Hart- als auch Weichloten verwendet werden. Lot bezeichnet den Schweißzusatz.

Es wird unterschieden zwischen:

Weichlöten

  • Temperaturen bis 450°C
  • Vorwiegend werden Lote auf Sn- und Pb-Basis verwendet
  • Einsatz von zusätzlichem Flussmittel

Hartlöten

  • Temperatur von 450°C bis 900°C
  • Vorwiegend Silber-, Kupfer-Phosphor-, Messing-, Neusilber- sowie Aluminiumlote
  • Generell Einsatz von zusätzlichem Flussmittel

Geeignete Materialien

Induktives Löten eignet sich zum fügen von zahlreichen Materialien wie Edelmetallen sowie allen Arten von Hartmetallen. Dazu gehören:

  • Kupfer
  • Kupferlegierungen
  • Messing
  • Aluminium
  • Eisen
  • Stahl
  • Edelstahl
  • Wolfram
  • Chrom
  • Nickel
  • Nickellegierungen
  • Kobalt

Vorteile

Das induktive Löten bietet neben dem schnellen, präzisen und reproduzierbaren Erwärmen noch weitere Vorteile.

  • hohe und gleichbleibende Lötqualität durch konstante Wärmeeinbringung
  • rasche Betriebsbereitschaft – Bereitstellung der Energie ohne Verzögerung durch Vorwärmphasen
  • präzise Wiederholgenauigkeit – optimale Voraussetzungen für die Serienfertigung
  • kaum Verschleiß der Induktor in Elektro- und Erwärmungstechnik – das Erwärmen erfolgt komplett kontaktlos, sodass keine schleifenden Abnützungsteile bestehen
  • maximale Sicherheit  – kein Einsatz von Brenngas und keine offene Flamme. Die Erwärmung erfolgt zielgenau nur an einem bestimmten Bereich des Werkstücks
  • Effizienter Energieeinsatz – kaum Energiekosten in Pausen und Leerlauf
  • kaum poröse und schwache Lötstellen  – genaue und prozesssichere Steuerung des Wärmeeintrags
  • kaum kalte Lötstellen, d..h. die stoffschlüssige Verbindung zwischen Lot und Fügepartner ist fast immer gegeben – der Wärmeeintrag erfolgt ohne Beschädigung des Grundmaterials
Angrenzende Themen: Flammen, Grundmaterial, Ausgangsmaterial, Treibstoff

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