Home Office: Zuhause arbeiten

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aktualisiert am 06.04.2020 - 14:17:13
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Home_Office

Arbeitet man im Homeoffice, dann arbeitet man von Zuhause aus. Welche Vor- und Nachteile gibt es? Und habe ich ein Recht auf Homeoffice? Diese Fragen werden auf dieser Seite beantwortet.

Frage/Definition: Was ist/sind Home Office?
Auch oft gesucht: Heimarbeit, Telearbeit



Was versteht man unter Homeoffice?

Normalerweise arbeitet man an seinem Arbeitsplatz in den Gebäuden des Arbeitgebers. Beim Homeoffice arbeitet man stattdessen von Zuhause aus. Die Arbeit im Homeoffice wird auch Telearbeit genannt. Die Telearbeit ist eine flexible Arbeitsform, bei der der Arbeitnehmer voll oder teilweise in seinem privaten Umfeld arbeitet.

Es lassen sich drei Formen unterscheiden:

Teleheimarbeit: Der Mitarbeiter arbeitet vollständig im Homeoffice

Alternierende Telearbeit: Wechsel zwischen Arbeit beim Arbeitgeber und Homeoffice

Mobile Telearbeit: Auch Mobiles Arbeiten genannt. Der Arbeitsplatz ist dort, wo sich der Mitarbeiter aufhält

Es gibt viele Gründe, die für Homeoffice sprechen und auch ein paar negative Punkte:

Vorteile von Homeoffice

Zeitersparnis

  • früherer & schnellerer Beginn am Morgen möglich
  • kein Anfahrtsweg
  • keine Abhängigkeit von Verkehrsmitteln
Erhöhte Produktivität
  • arbeiten in gewohnter Atmosphäre, in der man sich wohl fühlt
  • höhere Konzentration
  • Tagesziele werden leichter erreicht
  • kein Stören der Arbeit durch Kollegen und Vorgesetzte

Work-Life-Balance

  • flexible Arbeitszeiten, die an Familienleben und Freizeitgestaltung angepasst werden können

Weniger Stress

  • pünktlichem Arbeitsbeginn steht nichts im Weg (Stau, Bahnchaos etc.)
  • bessere individuelle Zeit- und Aufgabenverteilung

Geringere Kosten

  • keine Fahrtkosten für Arbeitnehmer
  • geringere Kosten für Arbeitgeber (Büroräume, Firmenwagen..)
Produktiv Zuhause arbeiten: So sieht der perfekte Homeoffice Arbeitsplatz aus und weitere Tipps für produktives Arbeiten



Nachteile von Homeoffice

Fehlen sozialer Kontakte

  • fehlender persönlicher Austausch
  • Wir-Gefühl im Team schwerer zu erreichen

Vermischen von Arbeit und Freizeit

  • gleichzeitiges Erledigen häuslicher Tätigkeiten und beruflicher Arbeit
  • Freizeitgefühl nimmt überhand

Fehlende Motivation

  • "Unbeobachtet sein" verleitet zum Nichtstun

Ablenkung

  • Kinder, Haustiere
  • Fernseher
  • laute Nachbarn, Straßen...

Vorurteile

  • Misstrauen durch den Chef
  • Bestärkung durch Freunde und Bekannte "Im Homeoffice arbeitest Du sowieso nicht"

So klappt's im Homeoffice

Einige der genannten Nachteile kann man verhindern, indem man bei der Arbeit im Homeoffice diese Tipps beherzigt:

  • Jogginghose ist tabu. Kleide Dich als würdest Du zur Arbeit gehen. So bist Du gleich produktiver eingestellt.
  • Halte Dich an geregelte Arbeitszeiten, so bleibst Du motiviert und strukturiert.
  • Mach Deine Mittagspause - auch wenn Du allein bist.
  • Iss und trink regelmäßig.

So sieht der perfekte Homeoffice Arbeitsplatz aus

Am besten hast Du ein eigenes Arbeitszimmer. So bist Du direkt im Arbeitsmodus, wenn Du dieses Zimmer betrittst. Achte darauf, dass Dein Schreibtisch aufgeräumt ist und dort keine störenden, ablenkenden Gegenstände sind.

Mit Pflanzen und Bildern kannst Du Deinen Arbeitsplatz angenehm gestalten.

Eine stabile Internetverbindung ist heutzutage sehr wichtig - auch für Videokonferenzen. Am besten verbindest Du Deinen Laptop also mit einem LAN-Kabel mit dem Internet. Headset, Tastatur, Maus, Webcam und bestenfalls ein zweiter Bildschirm runden Deinen Homeoffice Arbeitsplatz ab. Eine Pinnwand ist nützlich für ToDos und Brainstorming. Ein Wandkalender gibt Dir einen schnellen Überblick über Abgabefristen.

Gesetzliche Vorgaben für den Homeoffice Arbeitsplatz

Wenn Arbeitnehmer regelmäßig im Homeoffice arbeiten, ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Arbeitsplatz entsprechend der Arbeitsstättenverodnung zu gestalten. Vorgegeben sind:

  • Größe des Arbeitszimmers von mind. 8 Quadratmetern
  • Größe der Arbeitsfläche von mind. 160 x 80 cm
  • Höhenverstellbarer Bürostuhl mit neigbarer Rückenlehne
  • Ausreichende Arbeitsplatzbeleuchtung und Sonnenschutz
  • Einhaltung der Arbeitssicherheit

Die Einhaltung dieser Vorgaben muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Homeoffice ermöglichen.

Auch im Homeoffice müssen Beschäftigte die Regelungen nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) einhalten und umsetzen. Dazu zählen u.a. Einhaltung von Ruhepausen- und Ruhezeiten, Höchstarbeitszeit sowie Sonn- und Feiertagsverbot.

Aber auch Regelungen im Bezug auf Arbeitsschutz, Datenschutz sowie den allgemeinen Arbeitszeitregelungen müssen im Home-Office verwährleistet werden. Bei Missachtung können sogar Bußgelder verhängt werden.

Wer hat Anspruch auf Homeoffice?

Die Frage, die sich viele stellen: Habe ich ein Recht auf Homeoffice? Die Antwort ist: nein. Einen Anspruch auf die Arbeit im Homeoffice gibt es in Deutschland nicht. Umgekehrt ist es dem Arbeitgeber nicht erlaubt, einen Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken, wenn dies vertraglich nicht festgelegt ist. Homeoffice kann nur stattfinden, wenn beide Parteien damit einverstanden sind und dies bestenfalls schriftlich festgelegt haben.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ist sich der steigenden Nachfrage nach Homeoffice bewusst und berät über ein gesetzlich verankertes Recht für Arbeitnehmer auf Arbeiten im Home-Office. Nach einer Studie des BMAS ermöglichen zu wenige Unternehmen das Arbeiten im Homeoffice. Dabei könnten 40 Prozent der Arbeitnehmer ihrer Arbeit theoretisch zu Hause nachgehen. Allerdings erhalten nur etwa 12 Prozent die Möglichkeit zum Homeoffice und damit wird dem Wunsch der Beschäftigten nach einem flexiblen Arbeitsalltag nachgegangen.

Eine weitere Voraussetzung für Homeoffice ist, dass die Arbeit Zuhause auch umsetzbar sein muss. Beispielsweise kann ein Postbote schlecht Homeoffice machen, da er dann seiner Arbeit nicht mehr nachkommen kann. Gleiches gilt für Ärzte, Verkäufer, Handwerker... - in vielen Berufen ist Homeoffice also schlichtweg nicht möglich.

Kontrolle durch den Chef im Homeoffice

Die Arbeit im Homeoffice beruht zu großen Teilen auf gegenseitigem Vertrauen. Der Arbeitgeber muss das Vertrauen in den Mitarbeiter haben, dass dieser auch im Homeoffice wirklich arbeitet. Umgekehrt muss der Mitarbeiter darauf vertrauen, nicht ständig überwacht zu werden - z.B. durch Kontrollanrufe, Webcams etc.

Grundsätzlich hat der Mitarbeiter im Homeoffice die gleiche Arbeitszeit zu leisten wie im Büro. Die Arbeitszeit und Pausen muss er dokumentieren. Außerdem ist es erlaubt, dass der Chef etwa zweimal am Tag, die Arbeit des Mitarbeiters kontrolliert z.B. via Telefon oder Video.

Recht auf Homeoffice in Zeiten des Coronavirus

Auch in Zeiten des Coronavirus kann ein Arbeitnehmer nicht einfach Zuhause bleiben. Denn selbst bei einer Ausgangssperre bleibt der Weg zur Arbeit erlaubt. Die Angst, sich bei der Arbeit anzustecken, ist also kein Grund für Homeoffice. Dennoch ist es ratsam, wenn in Zeiten einer Pandemie Homeoffice dort genehmigt wird, wo es möglich ist - schließlich hat auch der Arbeitgeber nichts davon, sollten sich die Arbeitnehmer gegenseitig anstecken.

Zuhause bleiben darf der Arbeitnehmer, sobald ein Arbeitskollege in der selben Abteilung an Corona erkrankt ist und der Arbeitnehmer keine Schutzmaßnahmen unternimmt. Dann kann sich der Arbeitnehmer auf sein Leistungsverweigerungsrecht berufen und Zuhause bleiben.

Schreibweise Homeoffice

Es gibt unterschiedliche Schreibweisen für den Begriff "Homeoffice". Laut Duden sind die Schreibweisen "Homeoffice" und "Home-Office" möglich. Manche schreiben auch "Home Office" - das ist dem Duden zufolge nicht richtig. Erstaunlicherweise wird mit dieser Schreibweise aber am häufigsten bei Google gesucht.

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