Förderprogramme

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Silke Bremser
Silke Bremser Finanz- und Fördermittelplanung GmbH
aktualisiert am 19.11.2019 - 12:28:51
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Förderprogramme sind von der öffentlichen Verwaltung aufgestellte Regeln, die Rahmenbedingungen für die Beantragung von öffentlichen Förderungen schaffen. Förderprogramme geben somit Auskunft über Förderzwecke, Förderbedingungen und Fördervoraussetzungen. Man unterscheidet EU-, bundesweite- und landesweite-Förderprogramme - zudem gibt es Unterscheidungen in den einzelnen Fördermitteln. (P)

Frage / Defintion: Was sind Förderprogramme?
Auch oft gesucht: Förderprogramme



Wie viele Förderprogramme gibt es?

Über tausend verschiedene Förderprogramme gibt es allein in Deutschland. Jedes EU-Mitgliedsland hat seine eigenen Förderprogramme. Die EU-Förderprogramme können direkt in Brüssel beantragt werden. In Deutschland unterscheidet man bundesweite und landesweite Förderprogramme. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle kurz BAFA und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW Bank) bieten bundesweit Förderprogramme für Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen an. Da Deutschland 16 Bundesländer hat, hat jedes Bundesland seine eigenen Förderprogramme. Antragsteller müssen nicht nur das passende Förderprogramm finden, sondern auch die dazugehörige aktuelle Förderrichtlinie beachten.

Warum wurden Förderprogramme von der EU ins Leben gerufen?

Die aktuell achte EU Förderperiode 2014-2020 wurde parallel zur EU-Wachstumsstrategie Europe 2020 entwickelt. Mit Hilfe dieser Wachstumsstrategie soll Europa nicht nur die Finanz- und Wirtschaftskrise endgültig überwinden, sondern vor allem die Wettbewerbsfähigkeit in der Welt, die Produktivität, das Wachstumspotenzial, den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Konvergenz innerhalb der EU Mitgliedsstaaten steigern. Die EU sieht die Notwendigkeit, Organisationen mit Fördergeldern aus EU, Bund, Land und Kommune zu unterstützen, um diese Ziele schneller und nachhaltiger umzusetzen.

Welche Förderprogramme können deutsche Unternehmen nutzen?

Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland haben, können je nach Vorhaben entweder bundesweite oder regionale Förderprogramme beantragen. Unternehmen, die mit anderen europäischen Unternehmen und einer Forschungseinrichtung zusammenarbeiten, können spezielle EU-Förderprogramme nutzen. Kleine und mittlere Unternehmen, die Investitionen planen werden bei der Förderung bevorzugt, indem sie höhere Fördersätze beantragen können.

Energieberatung im Mittelstand

Dieses Programm können Unternehmen bei der BAFA beantragen. Dort gibt es bis zu 80 Prozent Zuschüsse. Der Energieberater muss qualifiziert und bei der BAFA Bank zugelassen sein.

Förderung unternehmerischen Know-hows

Unternehmen sollen stets wettbewerbsfähig bleiben und wachsen. Damit dies gelingt, können sie sich von Externen beraten lassen. Die Beratungsleistung kann gefördert werden, wenn der Berater bei der BAFA gelistet ist.

INVEST Zuschuss für Wagniskapital

Das ist ein Förderprogramm für Investoren, die Eigenkapital in Start-ups investieren. Hat ein Start-up ein Zertifikat das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten, können Investoren 20 Prozent Zuschüsse pro Unternehmen und Kalenderjahr erhalten bis max. 200.000 EUR.

KfW Energieeffizienzprogramm - Energieeffizientes Bauen und Sanieren

Unternehmen können über die KfW Bank zinsgünstige Förderdarlehen mit bis zu 17,5% Tilgungszuschüssen beantragen. Die Voraussetzungen finden sich bei der KfW Bank in den Merkblättern und in den Förderrichtlinien.

Regionale Wirtschaftsförderung

In jedem Bundesland gibt es regionale Wirtschaftsförderungsprogramme. Unternehmen, die eine Produktionshalle oder einen neuen Betrieb in einem speziellen Fördergebiet bauen, modernisieren oder sanieren möchten, können nicht rückzahlbare Zuschüsse auf die förderfähigen Investitionskosten erhalten. Die Antragstellung erfolgt über die Hausbank nach dem sogenannten "Hausbankprinzip". Fördergeber ist die Landesbank des jeweilige Bundeslandes. Auf den Internetseiten finden Antragsteller alle wichtigen Informationen, um den Antrag zu stellen.

Messeprogramm junge innovative Unternehmen

Junge und innovative Unternehmen, die an internationalen Messen teilnehmen, können eine Messeunterstützung in Form eines Zuschusses bis zu 7.500 EUR erhalten.

Wipano

Mit diesem Programm können Unternehmen für die Patenteinreichung und Patentvermarktung bis zu 16.575 EUR Zuschuss beantragen.

Begriffe zu Förderprogrammen

Antragsteller: ist derjenige, der den Antrag unterschreibt. Er erhält die Förderung und haftet für die Angaben, die im Förderantrag stehen.

Antragsberechtigter: Je nach Förderprogramm kann der Antragsberechtigte eine Privatperson, ein Unternehmen, ein Freiberufler, eine Kommune oder eine juristische Person (Verein, Stiftung) sein.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): ist eine Bundesoberbehörde und ein Fördergeber. Unternehmen und Privatpersonen können hier für verschiedene Vorhaben Fördermittel beantragen.

Beihilfen: sind in der Europäischen Union Finanzmittel, um kleine und mittlere Unternehmen in benachteiligter Regionen zu unterstützen. Damit es zu keiner Wettbewerbsverzerrung kommt, sind diese begrenzt und werden von der EU Kommission überwacht. Aus den Förderrichtlinien kann man erkennen, ob das Förderprogramm eine Beihilfe enthält.

Beraterzuschuss: Unternehmen, die von einem Berater beraten werden, der bei der einer Förderstelle gelistet ist, können für das Beratungshonorar einen Zuschuss erhalten.

Betriebsmittel: unter Betriebsmittel sind alle Aufwendungen gemeint, die für den laufenden Betrieb des Unternehmens notwendig sind. Dazu zählen Ausgaben für Löhne und Gehälter, Miete oder  Kaution für Büro- und Gewerberäume. Weiterhin gehören auch Kosten für Marketing und Schulungsmaßnahmen, Wareneinsatz dazu,  Verbrauchsmaterial, Beratungsleistungen und Liquiditätsreserven.

Betriebsstätte: Die Betriebsstätte ist eine feste Geschäftseinrichtung, Anlage oder Produktionshalle, die dem Betrieb des Unternehmens dient. Wichtig ist die Definition bei der Beantragung von Fördermitteln.

Barrierefreiheit: Eigentümer von Häusern oder Wohnungen, aber auch Mieter, die eine Immobilie umbauen, dass sie behinderten- und altersgerecht bzw. Barrierefrei sind, können Fördermittel erhalten.

Businessplan: oder Geschäftsplan wird von den Fördergebern gefordert, um das das Vorhaben mit Fördermitteln umzusetzen.

Bonität: Anhand der Bonität bestimmt die Hausbank für ein Förderdarlehen die Zinskonditionen. Je besser die Bonität, desto günstiger sind die Konditionen. Vor jeder Finanzierung mit Fördermitteln sollte man seine eigene Bonität prüfen. Diese kann kostenlos bei der Schufa oder Creditreform angefordert werden.

Eigenkapital: ist die Einlage eines Gesellschafters ins eigene Unternehmen. Es steht der Firma unbefristet zur Verfügung. Außerdem stärkt es die Bonität. Dies ist besonders wichtig, wenn ein Unternehmen Fremdkapital benötigt.

Erneuerbare Energien: Energie aus nachhaltigen Quellen wie Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse und Erdwärme können gefördert werden.

EU-KMU Definition: Die europäische Kommission fördert insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen. Diese werden wie folgt definiert:

  • Mittelgroße Unternehmen haben unter 250 Mitarbeiter, Umsatz max. 50 Mio. €,  Bilanzsumme max. 43 Mio. €
  • Kleine Unternehmen haben unter 50 Mitarbeiter, Umsatz und Bilanzsumme max. 10 Mio. €
  • Kleinstunternehmen haben unter 10 Mitarbeiter, Umsatz und Bilanzsumme max.  2 Mio. €

Fremdkapital: Förderdarlehen zählen zu Fremdkapital. Es wird von außen in das Unternehmen gebracht. Zinsen werden fällig und nach einer bestimmten Laufzeit muss es zurückbezahlt werden.

Fördergebiet: Jedes Bundesland hat eigene Fördergebiete. Unternehmen, die dort investieren möchten, zum Beispiel eine neue Betriebsstätte oder Produktionshalle errichten und Arbeitsplätze schaffen möchten, können bis zu 30 Prozent nicht rückzahlbare Zuschüsse erhalten.

Förderdatenbank: bietet einen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

Hausbank-Prinzip: Unternehmen, die Förderdarlehen nutzen möchten, müssen diese über eine Bank beantragen. Diese prüft die Unterlagen, die Bonität und die Sicherheiten und gibt den Zins vor. Antragsteller gehen meist zuerst zur Hausbank, deshalb nennt man es auch Hausbank-Prinzip. Es kann auch eine andere Bank sein. Diese muss allerdings ein Kooperationspartner der KfW Bank sein.

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