Kreissägeblätter richtig auswählen ✔️

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Letzter Autor: Jana Könekamp, , 12.842 Zeichen
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🎓 Kreissägeblätter sind Werkzeuge zur spanenden Trennung von Werkstücken. Sie werden in Kreissägen, den dazugehörigen Werkzeugmaschinen, eingesetzt. Mit den Sägeblättern wird vorwiegend Holz gesägt, aber auch Metalle, Kunststoffe und andere Materialien werden damit getrennt. Es gibt einteilige Kreissägeblätter und Verbundskreissägeblätter. / Definition



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Aufbau eines Kreissägeblattes von LEUCO
Aufbau eines Kreissägeblattes von LEUCO

Kreissägeblätter sind dünne, mit Sägeblattzähnen versehene Stahlscheiben. Sie werden in Kreissägen eingesetzt, und kommen zum Einsatz um verschiedene Materialien zu trennen. Sie gehören insbesondere in der Holzbearbeitung zur Grundausstattung jeder Werkstatt.

Es wird ganz grundsätzlich unterschieden zwischen CV-Kreissägeblättern und HM-Kreissägeblättern (auch HW-Sägeblätter genannt). Ein HM-Kreissägeblatt besteht aus Hartmetall, ein CV-Sägeblatt aus Chrom Vanadium. CV-Sägeblätter sind kostengünstiger, da der Körper und die Zähne aus dem selben Material (Stahl) bestehen. Bei HM-Sägeblättern besteht dagegen der Körper aus Stahl und die Zähne aus einem aufgelöteten Hartmetall-Werkstoff. Sie sind deshalb für viele Anwendungen geeignet.

Es gibt auch noch andere Arten von Sägeblättern. Dazu gehören Stichsägeblätter, Säbelsägeblätter und Bandsägeblätter.

Aufbau

Es gibt eine große Vielfalt an Kreissägeblätter, alle teilen jedoch ein paar grundlegende Eigenschaften: die Form ist kreisrund und die Außenseite ist mit einer Zahnung ausgestattet.

Unterscheiden tuen sich die Blätter durch verschiedene Größen (Durchmesser), das verwendete Material sowie in der Ausrichtung, Form und Anzahl der Sägezähne. Beim Durchmesser muss sowohl der innere als auch der äußere Durchmesser berücksichtigt werden.

Als Angabe auf dem Kreissägeblatt ist immer das Logo des Herstellers abgebildet. In diesem Fall handelt es sich um ein Produkt der Firma “Leuco”.

Sägezähne

Die Sägezähne am rotierenden Kreissägeblatt tragen Späne ab und durchtrennen dabei. Sägeblätter die Schnitte parallel zur Faserrichtung ausführen sollen haben weniger Sägezähne, Sägeblätter die quer zur Holzfaser schneiden haben viele Sägezähne. Um eine lange Lebensdauer eines Kreissägeblatts zu gewährleisten, muss darauf geachtet werden, dass die richtigen Schnitte für das Sägeblatt ausgeführt werden. Dabei muss das eingesetzte Kreissägeblatt je nach Faser öfters ausgetauscht werden.

Die möglichen Zahnformen der Schneiden sind auf wenige Grundformen beschränkt: Flachzahn, Dachzahn, Trapezzahn, Hohlzahn und Wechselzahn.

Durchmesser der Bohrung

Das Mittelloch bzw. die Bohrung dient dem Zweck, dass Kreissägeblatt am Maschinenflansch mittig zu befestigen. Nach der Befestigung, überträgt der Motor der Kreissäge über die Welle die Kraft weiter auf das Kreissägeblatt. Der Durchmesser wird in Millimeter (mm) angegeben. Mit einem Reduzierring lässt sich die Bohrung verkleinern. Somit kann das entsprechende Sägeblatt auch auf Motorwellen mit geringerem Durchmesser genutzt werden. Durch die Rändelung an einem Reduzierring wird der erforderliche, feste und korrekten Sitz erreicht. Der Ring darf jedoch nicht stärker/dicker sein als der Sägeblattkörper, jedoch leicht dünner.

Nebenlöcher

Die Nebenlöcher befinden sich neben der Bohrung. Sie rasten in die vorgesehenen Arretierungsbolzen am Maschinenflansch ein. Dadurch wird ein “durchrutschen” des Sägeblatts verhindert.

Demonstration Leuco Kreissägeblätter für Holz


Dehnungsschlitz

Auf dem Kreissägeblatt befinden sich gelaserte Dehnungsschlitze. Diese sorgen für eine schwingungsarme Rotierung des Blattes und eine saubere Schnittkante.

Laserornamente

Die Laserornamente vermindern die Eigenschwingungen und reduzieren dadurch auch Geräusche.

Spanraum

Der Spanraum ist für die Aufnahme der beim Sägen entstehenden Späne verantwortlich. Die Größe des Spanraum ist dabei entscheidend. Ist der Spanraum bspw. nicht groß genug, setzt er sich schnell zu und die Reibungswärme steigt. Als Faustregel kann man sich merken: Umso mehr Zähne bei gleichbleibendem Kreissägeblatt-Durchmesser, desto kleiner sind die Spanräume.

Material

Kreissägeblätter sind in der Regel aus Hartmetall. Bei Verbundkreissägeblättern wird zur Härtung teilweise Diamant aufgelötet.

Das Material bestimmt unteranderem für welches Vorhaben sich ein Kreissägeblatt eignet.

Welche Sägeblätter werden zur Bearbeitung von Brennholz eingesetzt?
Hartmetall Kreissägeblätter (HM) eignen sich gut für das Sägen von Brennholz. Z. B. die Modelle Hartmetall Kreissägeblatt (nagelfest) 350 mm & 250 mm oder Hartmetall Kreissägeblatt 250 mm.

Standzeit

Für eine lange Lebensdauer ist die richtige Pflege entscheidend. Dazu gehört das Schärfen.

Wo können Kreissägeblätter geschärft werden?
Alle Arten von Sägeblättern können bei vielen Dienstleistern - oft auch dort wo sie gekauft wurden - zum Schärfen hingebracht werden. Z. B. Online-Schleifereien, Werkzeugschleifereien oder einige Baumärkte.

Neben dem Schärfen ist es wichtig für die Art des Vorhabens das richtige Sägeblatt auszuwählen. Weitere Faktoren die die Standzeit beeinflussen sind:

Anzahl der Sägeblätter auf den Durchmesser
Beschichtung: hartmetallbeschichtet oder unbeschichtet
Material: Welches Holz wird beispielsweise gesägt. Fremdkörper. Nass oder trocken.

Auswahl des richtigen Kreissägeblatts

Die Auswahl des richtigen Kreissägeblatts wird von verschiedenen Kriterien bestimmt. Dazu gehören das zu schneidende Material, die Schnittrichtung, die Materialfeuchtigkeit und -beschaffenheit, die Schnittgeschwindigkeit, die Vorschubgeschwindigkeit, die Anzahl und Geometrie der Sägezähne, der Schnittqualität und weitere.

Daneben kommt es auch auf das Vorhaben an und auf die vorhandene Kreissäge. Letztere hat ein exakt bestimmtes Aufnahmesystem, mit welchem die Bohrung des Kreissägeblatts zusammenpassen muss.

Für die richtige Größe des Sägeblattes sind entscheidend:

  • Der Außendurchmesser des Kreissägeblattes
  • Der Durchmesser der Bohrung
  • Die Nebenlöcher

Wie viele Zähne sollte ein Kreissägeblatt haben?

Der Einsatzbereich eines Sägeblattes ist auch abhängig von der Schneidegeometrie des Sägezahns ab. Das beinhaltet unteranderem die Zahnform und die Anzahl der Zähne (Zahnteilung). Die Anzahl der Sägezähne variiert ca. zwischen 12 und 80 Zähnen.

Die geeignete Anzahl der Sägezähne steht in Abhängigkeit zum Sägeblattdurchmesser.

Die Zahnanzahl lässt sich aber grob in drei Gruppen mit dem jeweils passenden Einsatzgebiet aufteilen.

  • geringe Anzahl an Sägezähnen: Kreissägeblätter mit wenigen Sägezähnen eignen sich vor allem für schnelle Schnitte und Längsschnitte parallel zur Holzfaser und generieren durch ihre großen Spanräume eine sehr gute Schnittleistung.
  • mittlere Anzahl an Sägezähnen: Kreissägeblätter mit mittlerer Zahnanzahl finden Ihren Einsatz bei universellen Schnitten - längs und quer zur Holzfaser.
  • hohe Anzahl an Sägezähnen: Kreissägeblätter mit hoher Zahnanzahl eignen sich vorallem für extra feine Schnitte und Solche quer zur Holzfaser

Welches Sägeblatt kann zu Bearbeitung von Hartholz eingesetzt werden?

Kreissägeblätter mit 60 oder 72 Sägezähnen sind sehr gut für harte Materialien geeignet.

Welcher Spanwinkel ist für welchen Einsatz geeignet?

Der Spanwinkel beeinflusst die Spanbildung.

Die Auswahl der Zahnform ist abhängig vom Werkstoff, der Einsatzart (Gegen-/Gleichlauf) und der Schnittrichtung (Längs oder quer zur Faser).

Es wird unterschieden zwischen den folgenden Zahnstellungen:

  • Positiver Spanwinkel: Die Sägezähne neigen sich in Drehrichtung des Kreissägeblatts. Sie eignen sich hervorragend zur Bearbeitung von Holz auf Tisch- und Handkreissägen.
  • Neutrale Spanwinkel (0°): Die Sägezähne stehen gerade. Sie eignen sich hervorragend zur Bearbeitung von Eisen-Metallen.
  • Negative Zahnstellung: Die Sägezähne neigen sich gegen die Drehrichtung des Kreissägeblatts. Sie eignen sich für Kappsägen oder die Bearbeitung von Nichteisen- oder Buntmetallen.

Beim Sägen von harten Werkstoffen dringen die Sägezähne nur schwer ins Material ein; es entstehen nur wenige und kleine Späne. Daher wird hier die Verwendung einer kleinen Zahnteilung empfohlen, d.h. vielen Sägezähnen pro Längeneinheit.

Beim Sägen von weichen Werkstoffen dringen die Sägezähne sehr leicht ins Material ein; es entstehen viele und große Späne. Um der Säge zu ermöglichen leicht in das weiche Material einzudringen, wird ein großer Spanraum (der Raum zwischen den Zähnen) benötigt. Daher wird die Verwendung von Sägeblättern mit einer großen Zahnteilung empfohlen, d.h. wenigen Zähnen pro Längeneinheit.

Beim Sägen von weichen Werkstoffen wie bspw. Kunststoff, verwendet man Sägeblätter mit einer geringen Anzahl an Sägezähnen und einem kleinen Keilwinkel. Dadurch ist eine bessere Spanabfuhr möglich, da bei weichen Werkstoffen große Späne entstehen. Bei harten Werkstoffen verwendet man einen großen Keilwinkel. Dieser lässt das Werkzeug stärkere Belastungen aushalten.

Welches Kreissägeblatt für welches Material?

Es gibt für fast jeden Werkstoff das passendes Blatt. Zu den gängigsten Werkstoffen, gehören Holz, Aluminium und Kunststoffe, Metalle, Stahl, Faserzement und Gipskarton.

Für die verschiedenen Materialien gibt es universal-Kreissägeblätter aber auch Spezielle.

Das liegt auch daran, dass abhängig vom Material die Anforderung an die Qualität des Schnittergebnisses variiert. So spielt bspw. bei Brennholz die Schönheit des Schnittqualität keine Rolle. Hier ist nur wichtig, dass das Holz schnell zerteilt wird. Es eignet sich entsprechend ein grobes Kreissägeblatt, beispielsweise ein Flachzahn. Für ausrissfreie Schnitte, bspw. benötigt bei Laminat, empfiehlt sich dagegen ein feines Sägeblatt zu verwenden. Es eignet sich in diesem Fall ein ausrissfreies Sägeblatt.

Ritz-Kreissägeblätter von Leuco
Ritz-Kreissägeblätter von Leuco

Aluminium dagegen wird grundsätzlich mit einem Wechselzahn-Sägeblatt oder einem Trapez-Flachzahn getrennt. Beim Trennen von melaminharzbeschichteter Holzwerkstoffe wird ein Hohl-Dachzahn oder Hohl-Trapezzahn verwendet. Für beschichtete Spanplatten eignet sich ebenfalls eine hohe Zähnezahl um Ausriss zu vermeiden. Je feiner die Zähne sind, desto weniger Ausriss tritt auf. Außerdem eignet sich eine Ausstattung mit Wechselzähnen (W) und Hartmetall. Die Schnittgüte gibt Auskunft darüber wie sicht- und fühlbar die Trennspuren durch den Sägeschnitt sind, das heißt von welcher Qualität das Schnittergebnis ist.

Kreissägeblätter Arten

  • Drechsel-Kopier-Kreissägeblätter
  • Format-Kreissägeblätter
  • Dünnschnitt-Kreissägeblätter
  • Vielblatt-Kreissägeblätter
  • Zuschneid-Kreissägeblätter
  • Ritz-Kreissägeblätter
  • Kapp-Kreissägeblätter
  • Kapp-Fase-Kreissägeblätter
  • NE-Kreissägeblätter
  • Handkreissägeblätter
  • Platten-Aufteil-Kreissägeblätter
  • NF-Kreissägeblätter: NF steht für „nagelfest“. Mit NF-Sägeblättern lässt sich Material schneiden, in dem Fremdkörper enthalten sind. Bspw. Palettenholz mit Nägeln oder Schaltafeln mit Mörtel bzw. Blechummantelung. NF-Kreissägeblätter eigenen sich allgemein für schwierige Materialien im Baubereich.

Verwendung

Kreissägeblätter werden für unterschiedliche Sägetypen verwendet, darunter:

Für jeden Sägetyp eignet sich ein anderes Kreissägeblatt. Welches eignet sich bspw. für Tischkreissägen?
Hier eignen sich das Feinschnitt- (48 Zähne), das Panther- (18) oder das Spezial-Sägeblatt (68).

Anbieter und Marken im Markt

Bosch, Makita, Festool, Metabo, DeWalt, Mafell, LEUCO, Karnasch