Schweißen

Aus induux Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eure Werbung hier?


Was ist Schweißen?

Schweißen ist (nach ISO 4063) ein Verfahren zum dauerhaften Verbinden zweier oder mehrerer Materialien. Es gehört zur Gruppe der Fügeverfahren. Bei dieser Art des Fügens werden Werkstücke mittels Kraft- oder Hitzeeinwirkung miteinander verschmolzen. Es gibt mehrere Schweißverfahren, die je nach Werkstoff, Technik und Energie aufgegliedert sind. Hauptunterscheidungen sind zwischen Schmelz-Verbindungsschweißen und Press-Verbindungsschweißen zu treffen. Die Temperaturen können je nach Verfahren zwischen 1000 und 3200°C liegen. Schweißen bietet im Vergleich zum Schrauben, Nieten oder Löten mehrere Vorteile. Dazu gehören Kosteneinsparungen und festere Verbindungen.

Auch oft gesucht: Schweissen, Schweisen, Welding


Einteilung der Schweißverfahren

Übersicht der Schweißverfahren
Übersicht über einige (Kunststoff-)Schweißverfahren

Die Schweißverfahren werden nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt:

  • Werkstoff: Metalle, Thermoplaste (dazu gehört das Kunststoffschweißen) und weitere Materialien (auch Kombinationen mehrerer Werkstoffe möglich)
  • Energie: Einsatz von thermischer oder mechanischer Energie
  • Charakteristik/Technik: Schmelzschweißen und Pressschweißen
  • Zweck: Fügen oder Beschichten
  • Fertigung: manuell, teil- oder vollautomatisiert

Unterscheidung von Schmelz- und Pressschweißverfahren

Die Schmelzschweißverfahren laufen ohne Kraftaufwand ab. Stattdessen werden die beiden Werkstücke (oftmals metallisch) an den Fügeflächen aufgeschmolzen. Der Fügeprozess kann dann mit oder ohne Zusatzstoffe ablaufen.

Die Pressschweißverfahren werden hingegen unter Kraft-/Druckaufwand angewandt. Hierbei werden die Fügepartner nicht aufgeschmolzen, sondern durch Zusammenpressen verbunden. Dies geschieht in der Regel ohne Zusatzstoffe und kann mit lokal eingesetzter Wärme kombiniert werden.

Verfahren im Schweißen

Viele der aufgelisteten Verfahren werden schon seit langer Zeit eingesetzt, manche sind aber auch nur für spezielle Fälle entwickelt worden.

Zu den Schmelzschweißverfahren zählen:

  • Aluminothermisches Schweißen
  • Elektroschlackeschweißen (RES-Schweißen)
  • Gasschweißen (G-Schweißen)
  • Gießschmelzschweißen
  • Widerstandsschmelzschweißen
  • Strahlschweißen
  • Lichtbogenschweißen/Elektrodenschweißen (E/MMA-Schweißen)
    • Metalllichtbogenschweißen
    • Schutzgasschweißen (SG-Schweißen)
      • Metall-Aktivgasschweißen (MAG)
      • Metall-Inertgasschweißen (MIG)
      • Metallschutzgasschweißen (MSG)
      • Wolframinertgasschweißen (WIG/TIG)
      • Orbitalschweißen
      • Plasmaschweißen
    • Unterpulverschweißen (UP-Schweißen)

Zu den Pressschweißverfahren zählen:

  • Diffusionsschweißen
  • Feuerschweißen
  • Gaspressschweißen
  • Kaltpressschweißen
  • Lichtbogenpressschweißen
  • Pressstumpfschweißen
  • Reibschweißen
    • Ultraschallschweißen
    • Rollnahtschweißen (RR-Schweißen)
    • Rotationsreibschweißen
  • Widerstandsschweißen
    • Abbrennstumpfschweißen (RA-Schweißen)
    • Buckelschweißen (RB-Schweißen)
    • Punktschweißen (RP-Schweißen)

Anwendungsgebiete von Schweißmaschinen

Roboter beim Schweißprozess im Einsatz

Die Schweißverfahren und damit Maschinen können für die unterschiedlichsten Bereiche eingesetzt werden. Die am meisten eingesetzten Verfahren hierbei sind MIG, MAG und WIG. Einsatzbereiche sind u.a.:

  • Automobilindustrie
  • Haushaltsindustrie
  • Rohrleitungsbau

Beispiele für geschweißte Produkte sind u.a.:

  • Karosserien
  • Rohre
  • Stangen
  • Tanks

Arbeitsschutz und Sicherheit

Der Arbeitsschutz und die Sicherheit stehen beim (Elektro-)Schweißen an erster Stelle. Folgende Gefahren müssen dringend beachtet werden:

  • die entstehende Hitze
  • der Funkenflug
  • die UV-Strahlen
  • der helle Lichtbogen

Daher soll der Körper mit passender Arbeitskleidung, Handschuhen und Schürze abgedeckt werden. Eine einfache Schutzbrille schützt nicht vor UV-Strahlung, weshalb im besten Fall ein Schutzhelm zu tragen ist. Der Blick in den Lichtbogen soll hierbei auch durch eventuelle Zuschauer vermieden werden.

Da beim Elektroschweißen zusätzlich Spannung aufgebaut wird, soll der Arbeitsplatz immer vor Nässe geschützt werden. Bei vielen Schweißverfahren werden giftige Gase eingesetzt, denen durch einen belüfteten und feuerfesten Arbeitsbereich vorgebeugt werden kann.

Eine Einweisung ist für alle Arbeitskräfte Pflicht, schreibt es das Arbeitsschutzgesetz vor. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) führt zusätzlich eine Liste für alle weiteren Regeln beim Schweißen auf.

Arbeitstechnik

Wie funktioniert das Handschweißen?

Grundsätzlich unterscheidet sich jedes Schweißverfahren voneinander. Folgende Dinge müssen bei der manuellen Bearbeitung der Werkstücke beachtet werden:

  • Beim Schweißen müssen die jeweiligen Werkstücke rein sein. Daher sollte vor dem eigentlichen Schweißprozess Rost und eventell aufgetragene Farbe abgeschliffen werden.
  • Zuerst müssen die Werkstücke mit einer punktuellen Schweißnaht an den Fügeflächen verbunden werden. So können im Nachhinein die Werkstücke noch bearbeitet werden und das Material verzieht sich beim Erhitzen nicht.
  • Beim Schweißverfahren entsteht an der Schweißnaht Schlacke, die abgeklopft oder abgeschliffen werden muss. Schlacke bezeichnet dabei den Abfall, der durch das Schmelzen der Materialien zurückbleibt.
  • Nach dem Entfernen von Schlacke werden die Nähte vollständig durchgeschweißt.
  • Der eingesetzte Schweißstrom muss angepasst sein, damit die Verbindungen zwischen den Werkstücken richtig halten bzw. nicht durchschmelzen.
  • Risse und ungenau Verbindungen sollten durch die richtige Haltung vermieden werden.
  • Die richtigen Einstellungen von Gasfluss, Schweißstrom und Geschwindigkeit müssen beachtet werden.

Schweißer

Der Schweißer/Universalschweißer bezeichnet einen Beruf in der Metallverarbeitung. Sie sind Experten für die unterschiedlichsten Schweißverfahren und Schneidewerkzeuge und arbeiten in den unterschiedlichsten Branchen:

  • Schlossereien
  • Metallbau
  • Maschinenhersteller

Schweißer setzen unterschiedliche Werkstoffe bei ihrer Arbeit ein. Dazu gehören verschiedene Metalle und/oder thermoplastische Kunststoffe. Ihre Werkzeuge sind meist Handschweißgeräte oder Schweißautomaten.

Der Beruf des Schweißers wird über eine Ausbildung erlernt. Dabei ist der Umfang der Ausbildung abhängig von den jeweiligen Betrieben. Obwohl der Der DVS (Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.) die Aus-und Weiterbildung regelt, gibt es keine einheitliche Dauer. Eine Umschulung zum Schweißer ist jederzeit z.B. durch den TÜV Rheinland möglich. Bestimmte berufliche Voraussetzungen hierfür gibt es nicht. Die Dauer kann auch hier variieren und zwischen sechs Wochen und mehreren Monaten reichen. Daneben gibt es noch die Möglichkeit Schweißkurse zu belegen, die meist nur eine Woche dauern und mit einer TÜV-Prüfung enden.

Das Gehalt eines Schweißers hängt von der Größe des Betriebs sowie der Aufgabengröße ab. Tarifliche Branchenzuschläge in der Metall- und Elektroindustrie kommen oftmals hinzu. So kann das Gehalt schon nach wenigen Wochen ansteigen.

Die Zukunftsaussichten für den Beruf des Schweißers stehen trotz vieler industrieller Entwicklungen nicht schlecht. In Deutschland arbeiten noch immer rund 70.000 Menschen in diesem Beruf.

Einrichtungen

  • DSV: Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.
  • GSI: Gewerkschaft für Schweißtechnik International GmbH
  • SLV: Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt (z.B. Berlin, Duisburg, Fellbach, München)
  • WorldSkills Germany e.V.: Berufswettbewerbe innerhalb Europas (EuroSkills) oder weltweit (WorldSkills)

Hersteller von Schweißgeräten/-maschinen/-zubehör

bielomatik

Bielomatik ist eines der wenigen Unternehmen, das Maschinen für alle gängigen Schweißverfahren anbietet. Das Spezialgebiet liegt beim Kunststoffschweißen.

KUKA

Industrieroboter für das Schutzgasschweißen und Laserschweißen sind bei KUKA zu haben. Das Unternehmen setzt auf Partner wie EWM und Migatronic.

REHM

REHM ist Hersteller von Schweißgeräten für jede Art des Schutzgasschweißens: MIG/MAG, WIG, E-Hand und Plasmaschneiden.

Lorch

Das Unternehmen bietet Schweißanlagen für das Schutzgasschweißen an. Neben den handbetriebenen Schweißgeräten gibt es auch automatische/Roboter-Schweißanlagen.

MERKLE

MERKLE ist ein Hersteller von Schweißgeräten, Schweißautomaten und Schweißbrenner. Die bayerische Firma bietet beispielsweise eine große Schweißzelle mit Roboterautomation.

CLOOS

Zum Sortiment con CLOOS gehören neben Schweißanlagen für das Laserschweißen und WIG-Schweißen auch Plasmaschneidmaschinen. Ausgewählt werden kann zwischen manuellen und automatisierten Schweißgeräten, sowie Schweißrobotern der Produktmarke QIROX.

EWM

Von "hochmoderner und verlässlicher Qualität" spricht EWM als Hersteller von Schweißgeräten. Dazu bietet das Unternehmen Schweiß(geräte)zubehör oder auch Schweißzusatzwerkstoffe an.

Migatronic

Das dänische Unternehmen Migatronic baut Schweißmaschinen für das MIG-/WIG-/MAG-/E-Hand-/Plasma-Schweißen.

Roleff

Der Hersteller Roleff entwickelt WIG/MIG/MAG-Schweißgeräte, Plasmaschneidgeräte und Laserschweißgeräte. Die Laserschweißanlagen besitzen eine Leistung von 300 Watt und sind mobil als auch stationär einsetzbar.

Würth

Entwickelt werden von Würth Schweißanlagen für das MIG/MAG-Schweißen. Ebenfalls im Angebot hat das Unternehmen Schweißer-Zubehör und weitere Schweiß-Ausrüstung.

Gerlach

Gerlach Schweißtechnik liefert Schweißmaschinen, Schweißgeräte, Schweißzusätze und Plasmaschneidmaschinen für alle Anwendungen. Auch Produkte für den Bereich Arbeitsschutz werden angeboten.

Schweißen Angebote

Schweißen im Lieferanten- & Hersteller-Verzeichnis