Nischenprodukte und ihre Online-Vermarktung

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🎓 Nischenprodukte sind spezielle Produkte, die lediglich für eine kleine Käufergruppe interessant sind. Häufig wird ein Produkt auch extra für den Nischenmarkt abgewandelt, um eine ganz spezifische Zielgruppe anzusprechen.


Obwohl es weniger Kunden für Nischenprodukte gibt, können sie für Unternehmen dennoch lohnenswert sein, da oft ein höherer Preis verlangt wird oder sie einen positiven Effekt auf die Gesamtwirkung des Unternehmens haben. Es gilt sich auf einen Teilbereich des Gesamtmarktes zu konzentrieren, wo auch weniger Wettbewerber vorhanden sind.

Nischenprodukte erfolgreich identifizieren

Es gibt viele Möglichkeiten, ein relevantes Nischenprodukt zu finden. Es kann zum Beispiel aus Zufall entstehen - durch ein Brainstorming oder weil man einen inspirierenden Artikel gelesen hat. Oft braucht es für die zündende Geschäftsidee aber auch ausführliche Recherche und Marktforschung. Je nach Branche ist der Markt schon gesättigter als in anderen Wirtschaftszweigen. Häufig geht es gar nicht darum, direkt ein neues Unternehmen zu gründen, sondern lediglich um die Erweiterung von Produkten (Produktnische). Grundsätzlich gibt es jedoch einige Aspekte zu beachten:

  1. Wer ist meine Zielgruppe? Wenn ein Unternehmen bereits Produkte oder Dienstleistungen am Markt anbietet, kann man analysieren, ob ein Teil der bestehenden Zielgruppe potenziell auch an einem Nischenprodukt interessiert sein könnte. Wie sieht die Zielgruppe von anderen Nischenmärkten aus? Auch diese Recherche gibt eventuell Anregungen für eigene Ideen.
  2. Trends und Marktlücken herausfinden. Über Online-Dienste wie Google Trends kann man sich schnell und einfach von Trends inspirieren lassen und stößt eventuell auf eine Marktnische oder Produktnische. Wer schnell handelt und auf eine plötzliche Nachfrage reagiert, kann Vorreiter beim nächsten Trendprodukt sein.
  3. Was macht die Konkurrenz? Um bestimmte Nischen für sein Geschäft zu finden, kann es hilfreich sein, die direkte Konkurrenz näher zu betrachten. Was macht die Angebote der Wettbewerber besonders, welche Methoden nutzen sie und wie sind Website, Shop oder Blog aufgebaut? Die ausführliche Analyse hat Potenzial, da man so identifizieren kann, was noch fehlt und was die Konkurrenz noch nicht so gut macht. Dadurch wiederum erhältst du Inspiration für deine eigenen möglichen Nischenprodukte.

Was macht ein Nischenprodukt erfolgreich?

  • Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Nur wer seinen potenziellen Kunden sowie dessen Interessen und Bedürfnisse kennt, kann ihn früher oder später in einen Käufer umwandeln.
  • Wer Erfolg haben möchte, muss ein Produkt oder eine Dienstleistung mit Relevanz und Mehrwert entwickeln. Viele Jahre Erfahrung im Markt haben keine Bedeutung, wenn ein Nischenprodukt am Ende keinen Sinn macht bzw. kein Problem löst. Man muss sich also immer ehrlich die Frage stellen, ob die Geschäftsidee auch wirklich eine noch nicht erkannte Nische besetzt oder schlicht und ergreifend nur eine gute Idee ist, mit der sich aber kein Geld verdienen lässt.
  • Die richtige Vermarktung. Gerade bei Nischenprodukten stehen Marketing & Kommunikation des Angebots an erster Stelle, damit relevante potenzielle Käufer überhaupt aufmerksam auf das Produkt werden. Hier kann das Internet als kostengünstiger Marketingkanal genutzt werden. Zumindest am Anfang sollte der Fokus auf Owned Media (eigene Website, Blog, Social Media) gelegt werden, um Kosten zu sparen. Wenn du eine gewisse Stückzahl verkauft hast und Gewinn erwirtschaftest, kannst du auch an Paid Media wie Google Ads, Display Werbung & Co. denken, um die Reichweite noch mehr zu steigern.

SEO für B2B Nischenprodukte

Die Besonderheit im B2B Bereich und somit auch bei der B2B Suchmaschinenoptimierung ist, dass es oft um sehr spezielle, erklärungsbedürftige Produkte und Themen geht. Betrachtet man die Rankingfaktoren, um mehr Sichtbarkeit in den Suchmaschinen-Ergebnissen (Google, Bing, ...) zu erlangen, gelten die gleichen Regeln und SEO-Strategien. Hier geht es also - genau wie im B2C Bereich - um die richtigen Keywords, hochwertigen relevanten Content, passende Links, korrekte technische SEO und stetige Optimierung von Inhalten. Dennoch gibt es im B2B Umfeld einige Besonderheiten zu beachten, wenn man sich mit Suchmaschinenoptimierung auseinandersetzt:

  • Bei Kaufentscheidungen sind fast immer mehrere Personen beteiligt - große Unternehmen arbeiten mit Buying Centern. Für die Contenterstellung bedeutet dies, dass mehrere Zielgruppen bzw. Zielpersonen angesprochen werden müssen. Außerdem dauert der Einkaufsprozess in der Regel länger.
  • Die Inhalte sind fachlich anspruchsvoll und sehr informativ. Es geht also weniger um emotionalen Content, sondern Wissensvermittlung und korrekte Produktinformationen.
  • Keywords besitzen häufig ein geringes Suchvolumen. Es liegt auf der Hand, dass bei Google seltener nach bspw. "Faserlaser" gesucht wird als nach "Schuhe". Um Nischen zu besetzen, kann man sich auch vermehrt mit Long Tail Keywords beschäftigen, um eine Nutzergruppe mit einem ganz spezifischen Problem anzusprechen.
  • Der CPC (Cost-per-Click) ist bei B2B Keywords meist sehr hoch; unter anderem weil der Wert je Conversion auch deutlich höher ist als im B2C Bereich.

SEO Tools

Es gibt viele hilfreiche SEO Tools, die man im Nischenmarketing einsetzen kann, um Suchvolumina und relevante Keywords herauszufinden sowie den Wettbewerb zu analysieren. Ein großer Vorteil ist, dass man alle wichtigen Informationen und Kennzahlen auf einen Blick analysieren kann. Nützliche Tools sind zum Beispiel Sistrix, Ahrefs und TermLabs. Ein Tipp für ein kostenloses Programm: keyword-tools.org.

Bezahlte Anzeigen sind auch in Nischenmärkte eine tolle Möglichkeit, Zielgruppen zu erreichen. Gerade bei einer spitzen Zielgruppe kann eine Ansprache mit spezifischen Keywords via Google Ads sehr erfolgreich sein. Deshalb ist eine umfangreiche Keyword-Recherche der erste wichtige Schritt. Was geben Kunden ein, wenn sie nach einem speziellen Produkt suchen? Hier können zum Beispiel auch die Google Suggest Funktion oder "verwandte Suchanfragen" ganz unten bei den Suchergebnissen als Inspirationsquelle genutzt werden. Die präzise Vorarbeit zahlt sich später aus, da sich so hohe Streuverluste vorbeugen lassen. Viele Impressions der Ads sind nicht zielführend, wenn keiner draufklickt. Es kann auch hilfreich sein, Keywords auszuschließen, die für die Zielgruppe nicht relevant sind, um zu vermeiden, dass Budget für Rezipienten ausgegeben wird, die eigentlich etwas ganz anderes suchen. Gerade im B2B-Bereich, wo man oft mit hohen CPCs zutun hat, hat die Zielgruppendefinition und Keyword-Recherche oberste Priorität, damit man nicht unnötig Geld ausgibt.